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Ausnahmezustand verhängt Hurrikan «Maria» zieht Puerto Rico den Stecker

Legende: Video «Maria» zieht Puerto Rico den Stecker abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.09.2017.
  • Hurrikan «Maria» ist mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde über Puerto Rico gezogen.
  • Der Wirbelsturm hat dabei auf der Karibikinsel die gesamte Stromversorgung unterbrochen. Betroffen sind rund 3,4 Millionen Einwohner.
  • Meteorologen erwarten zu 90 Zentimeter Regen in den kommenden 48 Stunden.
  • Puerto Rico ist ein Aussengebiet der USA. Präsident Donald Trump hat die Insel zum Notstandsgebiet erklärt. Damit werden Regierungsgelder für Hilfeleistungen frei.
Karte mit dem Hurrikan «Maria» über der Karibik.
Legende: Der Hurrikan «Maria» zieht von Dominica über Puerto Rico zur Dominikanischen Republik und Haiti. SRF | NOAA

«Puerto Rico wird, wenn wir das überstanden haben, definitiv eine zerstörte Insel sein», sagte der Direktor der Notfallbehörde, Abner Gómez, in San Juan. Der Wirbelsturm bewegt sich auf die Stadt Arecibo an der Nordküste zu.

Auf den Strassen flogen Hausdächer umher, Autos wurden wie Spielzeug umgeworfen und zahllose Bäume entwurzelt. Laut Behördenangaben starb ein Mann, seine Frau und zwei Kinder konnten von einem Boot gerettet werden. Gómez rief die Menschen dennoch auf, die Häuser nicht zu verlassen, auch weil umstürzende Bäume ein Risiko darstellten.

Die Wiederherstellung der Stromversorgung auf dem vorherigen Niveau ist eine der grössten Herausforderungen. San Juans Bürgermeisterin Carmen Yulin Cruz sagte, dass dies bis zu vier Monate dauern könnte. Es wurden hunderte Notunterkünfte errichtet.

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter: «Puerto Rico ist von einem neuen Monster-Hurrikan schwer getroffen worden. Seid vorsichtig, unsere Herzen sind bei Euch, wir werden helfen.»

Auch UNO-Generalsekretär António Guterres liess mitteilen: «Die Vereinten Nationen stehen bereit, um allen von diesem jüngsten Hurrikan betroffenen Nationen und Territorien zu helfen.»

Hurrikan «Maria» bedroht die Bahamas

Das US-Hurrikan-Zentrum gab nach dem heftigen Auftreffen auf Land immerhin etwas Entwarnung für andere Inseln. Der Sturm «Maria» wurde auf Stärke 3 herabgestuft und bewegte sich mit bis zu 185 Kilometern pro Stunde nordostwärts und sollte voraussichtlich an der Dominikanischen Republik vorbeiziehen. Danach werde er sich in Richtung Bahamas bewegen.

Trotz der Herabstufung ist aber auf seiner Zugbahn mit «katastrophale Überschwemmungen» zu rechnen. Meteorologen erwarten bis zu 90 Zentimeter Regen in den kommenden 48 Stunden.

Unklar ist noch, ob der Hurrikan am Wochenende das US-Festland treffen könnte. Der Vorgängersturm «Irma» hatte grosse Schäden im US-Bundesstaat Florida hinterlassen.

Zahl der Toten steigt

Auf den Karibikinseln Dominica und Guadeloupe waren durch «Maria» mindestens 18 Menschen getötet worden. Die Karibik wird nach «Irma» bereits vom zweiten, enorm starken Hurrikan binnen weniger Wochen getroffen.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Thomas Käppeli (thkaepp)
    Kenne die Infrastruktur von Puerto Rico nicht explizit. Dürfte aber derer von Zentralamerika sehr ähnlich sein. Ohne Strom zu (über)leben ist zwar möglich, aber mit enorm vielen Problemen verbunden. Das grösste dabei, die Trinkwasserversorgung und für die Existenz unabdingbar. Ohne Elektrizität laufen keine Pumpen und Wasseraufbreitungsanlagen. Wird für die Behörden logistisch eine grosse Herausforderung werden, die Bevölkerung vor Krankheit und Seuchen zu bewahren.
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