Zum Inhalt springen
Inhalt

Austritt aus UNO-Gremium Wenig Verständnis für die USA

Mit Bedauern reagiert die internationale Gemeinschaft auf den Austritt der USA aus dem UNO-Menschenrechtsrat. Aus Israel gibt es Lob. Ein Überblick.

Legende: Video USA treten aus UNO-Menschenrechtsrat aus abspielen. Laufzeit 01:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.06.2018.

Der UNO-Generalsekretär ist enttäuscht: Antonio Guterres bedauert den Entscheid der Trump-Regierung. «Der Generalsekretär hätte es sehr vorgezogen, wenn die USA im Menschenrechtsrat geblieben wären», teilte Guterres' Sprecher am Dienstag in New York mit. «Die Menschenrechtsstruktur der UNO spielt eine wichtige Rolle beim Voranbringen und beim Schutz der Menschenrechte weltweit.»

Antonio Guterres
Legende: UN-Generalsekretär Antonio Guterres hätte sich gewünscht, die USA weiterhin im Menschenrechtsrat zu sehen. Reuters

«Enttäuschend, aber nicht wirklich überraschend» nannte der Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, die US-Entscheidung. «Angesichts der Lage der Menschenrechte in der heutigen Welt sollten die USA eher einen Schritt vorwärts statt zurück machen.»

Die Schweiz bedauert: Das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hält in einer Mitteilung fest, der Menschenrechtsrat sei ein wichtiges Organ, wenn es um den Schutz dieses Rechtes gehe. Die Schweiz sei der Überzeugung, dass ein aktives Engagement der USA einen positiven Effekt auf die weltweite Menschenrechtslage habe. Unser Land werde aber die konstruktive Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten von Amerika in Menschenrechtsfragen fortsetzen.

Die EU-Aussenbeauftragte reagiert besorgt: «Die USA waren schon immer ein Vorreiter beim Schutz von Menschenrechten auf der ganzen Welt und seit vielen Jahren ein starker Partner der EU im Menschenrechtsrat. Die heutige Entscheidung gefährdet die Rolle der USA als Verfechter und Unterstützer der Demokratie in der Welt», sagte Federica Mogherinis Sprecherin in der Nacht zum Mittwoch in Brüssel.

Federica Mogherini liest
Legende: EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini setzte bisher auf die USA als Partner in Menschenrechtsfragen. Reuters

Menschenrechtsorganisationen sind erzürnt: Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International, fordert die USA auf, die Entscheidung rückgängig zu machen. «Obwohl der Menschenrechtsrat keineswegs perfekt ist und seine Zusammensetzung regelmässig hinterfragt wird, bleibt er eine wichtige Kraft für Rechenschaftspflicht und Gerechtigkeit», so Shetty. Auch das Hilfswerk Oxfam wirft der US-Regierung vor, kurzsichtig zu handeln.

Israel ist erfreut: Der Umgang des Menschenrechtsrats mit Israel ist einer der Gründe, weshalb die USA den Rat verlassen. Dementsprechend zufrieden zeigt sich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf Twitter über die Entscheidung seines Alliierten Donald Trump: «Israel dankt Präsident Trump, Aussenminister Pompeo und Botschafterin Haley für ihren mutigen Entscheid gegen die Heuchelei und die Lügen des sogenannten UN-Menschenrechtsrats.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

26 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marco Jaiza (M. Jaiza)
    Es ist gut, dass ein Land, welches es nicht mal unter Präsident Obama geschafft hat, das Terroristenlager in Quantanamo abzuschaffen nicht mehr im Menschenrechtsrat vertreten ist. Die Menschenrechte dienen der USA nur als Mäntelchen, um andere Staaten zu diffamieren, selber sind sie auf beiden Augen blind. Sobald Rassismus oder andere Nationalitäten eine Rolle spielen, dann sind die Menschenrechte schnell mal ausgeblendet. Die USA sollten selber vor ihrem Teppich kehren!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von max baumann (phönix)
    Es ist Zeit dass die Welt zeigt, was sie vom Trump-Amerika hält ! Man sollte Amerika überall rauswerfen ! Ein Staat der einfach nur machen will was im gefällt gehört nicht in die Welt-Gemeinschaft. Da hilft nur eines = Isolieren !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Aber ein Bush-Amerika war wohl in Ordnung? Oder ein Obama-Amerika?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Schon beschämend für Israel und ein moralisch-sittlicher Tiefpunkt, wenn Netanyahu Trump auch noch einen Dankesbrief für den Austritt aus dem Menschenrechtsrat zukommen lässt. Und das in zeitlichem Zusammenhang einer unterirdischen Menschenrechtsverletzung in den USA, wo man Kinder von ihren Eltern trennt, um sie als Druckmittel gegen Flüchtlinge einzusetzen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Klar doch, Kinder von den illegal eingereisten Eltern zu trennen ist unterirdisch, aber 500'000 Kinder im Irak verelenden lassen und viele andere Gräueltaten dieser Nation, das ist kein so grosses Thema... Befürworte auch nicht, was DT tut, aber die Verlogenheit seiner Kritiker, diese kognitive Dissonanz grenzt schon an Schizophrenie.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen