Auto explodiert in Berlin: Ein Mordanschlag?

Mitten im Berufsverkehr ist am Morgen in der deutschen Hauptstadt ein fahrendes Auto explodiert. Der Sprengstoff war laut Polizei unter dem Wagen angebracht. Dessen Fahrer starb bei der Detonation. Die Ermittler vermuten einen Fall von organisierter Kriminalität.

In Berlin ist ein Auto am Morgen während der Fahrt explodiert und hat sich danach überschlagen. Der Lenker kam dabei ums Leben. Die Detonation wurde von einem Sprengsatz ausgelöst, wie die Polizei kurz darauf bestätigte. Weitere Verletzte gab es nicht.

Das Opfer sei der Polizei wegen verschiedener Straftaten bekannt gewesen, sagte Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin. Demnach handelt es sich um einen 43-jährigen Türken, gegen den 2008 wegen Falschgelds, Drogendelikten und illegalen Glücksspiels ermittelt wurde.

Der Tote war nicht der Halter des Autos

Man gehe davon aus, dass es ein Mordanschlag durch einen unter dem Wagen befestigten Sprengstoff auf den Fahrer war. Es werde jedoch untersucht, ob der Anschlag möglicherweise gar nicht dem Mann, sondern einer anderen Person gegolten habe. Denn das Opfer, welches noch vor Ort verblutete, sei der Fahrer, aber nicht der Halter des Autos gewesen.

«Die Polizei ermittelt jetzt mit Hochdruck in alle Richtungen», erklärte Berlins Innensenator Frank Henkel. «Das umfasst explizit die Möglichkeit, dass es sich um eine Auseinandersetzung im Umfeld der organisierten Kriminalität handelt.» Bei den Ermittlungen vor Ort war am Vormittag Beobachtern zufolge der führende Berliner Staatsanwalt für Rocker-Prozesse. Ob der Fall mit Kriminalität in der Rocker-Szene in Zusammenhang steht, war zunächst allerdings unklar.

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Sprengstoff-Explosion in Berlin: Der Tatort (unkomm.)

0:15 min, vom 15.3.2016

Anwohner mussten Fenster schliessen

Die Polizei sperrte die Gegend um Charlottenburg nach der Explosion weiträumig ab und forderte Anwohner über Lautsprecher auf, sich in sichere Bereiche ihrer Wohnungen zurückzuziehen.

Nach Polizeiangaben explodierte das Auto gegen 8.00 Uhr auf der Bismarckstrasse im Westen der Stadt unweit der Deutschen Oper. Das Fahrzeug sei in Richtung Innenstadt gefahren. Die Bismarckstrasse ist die Verlängerung der Strasse des 17. Juni, die zur Siegessäule und weiter zum Brandenburger Tor führt.

Später twitterte die Polizei, von dem Auto gehe keine weitere Gefahr aus. Die Fenster könnten wieder geöffnet werden. Die mehrspurige Strasse blieb bis auf weiteres voll gesperrt.