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International Autobombe gegen Polizeistation in der Südosttürkei

In der Stadt Gaziantep ist beim Polizei-Hauptquartier eine Autobombe detoniert. Ein Polizist wurde getötet, über 20 Personen erlitten Verletzungen. Zudem töteten kurdische Rebellen in Nusaybin drei Soldaten. Weitere wurden verletzt.

Legende: Video Erneuter Anschlag in der Türkei abspielen. Laufzeit 0:18 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 01.05.2016.

Bei einem Anschlag auf das Polizei-Hauptquartier der südosttürkischen Stadt Gaziantep kam laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu ein Polizist ums Leben. Er starb bei der Detonation einer Autobombe. 18 Polizisten und vier Zivilisten seien beim «heimtückischen Angriff» verletzt worden, teilte das Amt des Gouverneurs mit. Die Bombe detonierte am Sonntagmorgen an der Einfahrt zum Polizeigebäude.

Zunächst bekannte sich niemand zum Anschlag. Ein Korrespondent des Senders CNN Türk berichtete, während der Explosion seien auch Schüsse zu hören gewesen. Ein zweites Auto sei vom Tatort weggefahren.

Am Samstag vor einer Woche hatte Kanzlerin Angela Merkel die Stadt besucht, um sich über die syrischen Flüchtlinge in der Türkei zu informieren.

PKK tötet drei Soldaten

Der Angriff auf die türkische Armee ereignete sich am Sonntag während einer Militäraktion in der Stadt Nusaybin an der Grenze zu Syrien, teilten die Streitkräfte mit. Dabei starben drei Soldaten, vierzehn wurden verletzt.

Es könnte sich um eine Vergeltungsaktion der Kurden gehandelt haben. Denn am Samstag hatte die Luftwaffe Stellungen kurdische Kämpfer in der Gegend und im Nordirak angegriffen.

Türkei will PKK eliminieren

Seit dem Ende des zweieinhalbjährigen Waffenstillstands im vergangenen Sommer kommt es im türkischen Südosten regelmässig zu Gefechten zwischen Armee und Rebellen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei. Dabei wurden Tausende PKK-Kämpfer und Hunderte Zivilisten getötet.

Die Regierung lehnt eine Rückkehr zu Verhandlungen ab. Ihr erklärtes Ziel ist die Vernichtung der auch von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuften PKK.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    In der Türkei war nach den 1. Parlamentswahlen 2015 ein kleiner Schimmer auf Ausgleich erkennbar. Dann trampelte Erdogan mit seinem Allmachtswahn Vieles nieder. Statt dieses Egomanen zu stoppen, unterstützten Mächtige seinen Kurs aus geostrategischen Gründen. Er diente ihren grossen Zielen und bekam dafür Narrenfreiheit auf Kosten der Menschen, die an einer moderaten TR interessiert waren. Wie meistens sind den Führern dieser Welt Gier und Wachstum ohne Rücksicht auf Verluste wichtiger.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Das AKP-Regime macht die Türkei zum Unsicherheitsfaktor in der gesamten Nahost-Region. Die Türkei unter Erdogan ist nicht Teil der Lösung, sondern Kern des Problems. Der von der Bundesregierung eingefädelte EU-Deal mit Ankara und die politische Aufwertung Erdogans sind das Gegenteil einer friedensorientierten Aussenpolitik. Die Bundesregierung darf zur Kriegspolitik ihres NATO-Partners nicht weiter schweigen, und muss diese Eskalation gegen die Kurden beenden.
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    1. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @ak: die türkei unter diktator erdogan gehört aus der nato ausgeschlossen! Der erklärte krieg gegen das kurdische volk muss endlich sanktioniert werden! Wer sonst als die kurden haben bewiesen, dass man den is und seine schreckensherrschaft kompromisslos bekämpfen will? Da verstehe ich die usa überhaupt nicht. Der westen als ganzes sollte sich dem kampf der kurden anschliessen und die türkei isolieren!
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Wo sind denn die Konsequenzen angesichts der Verbrechen gegen die Zivilgesellschaft in der Türkei durch das AKP-Regime? Die polizeiliche, militärische und geheimdienstliche Kooperation wird überhaupt nicht angetastet, nicht einmal vor dem Hintergrund, nämlich dass islamistische Mörderbanden durch die türkische Regierung weiter Waffen liefert und bewaffnet werden. Die BRD macht sich an den Verbrechen Erdogans mitschuldig, und Sie ermutigen ihn tagtäglich, noch dreister vorzugehen.
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