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Bahnunglück in den USA Falsche Weichenstellung führte zu tödlicher Zug-Kollision

  • Eine falsch gestellte Weiche soll zu dem schweren Zugunglück in South Carolina geführt haben.
  • Dabei war ein Passagierzug auf einen Güterzug geprallt, der auf einem Nebengleis abgestellt war.
  • Die Kollision forderte zwei Tote und 116 Verletzte.

Die Kollision am Sonntag zwischen einem Passagierzug und einem Güterzug ist offenbar auf eine falsch gestellte Weiche zurückzuführen. Das haben erste Untersuchungen der zuständigen Transportsicherheitsbehörde NTSB am Unfallort nahe Lexington ergeben.

Falsche Weichenstellung wird untersucht

Bei dem Zusammenprall am frühen Sonntagmorgen kamen der Lokführer und Zugbegleiter des Passagierzuges der Bahngesellschaft Amtrak ums Leben, mehr als 100 Menschen wurden verletzt. Nach Angaben von NTSB-Chef Robert Sumwalt war der Güterzug leer und auf einem Nebengleis abgestellt.

Der Amtrak-Zug sei durch die festgestellte Weiche von seinem planmässigen Weg auf dem Hauptgleis auf die Nebenschienen geführt worden - und damit auf Kollisionskurs mit dem geparkten Güterzug. Warum die Weiche auf diese Position umgestellt war, wurde noch untersucht.

Auf dem Weg nach Miami verunglückt

Der Zug Nummer 91 der Bahngesellschaft Amtrak war in der Nacht zum Sonntag von New York nach Miami in Florida unterwegs. Das Unglück passierte um halb drei Uhr morgens bei der Ortschaft Cayce in der Nähe der Stadt Lexington.

Dort prallte der Passagierzug auf einen leeren Güterzug, der auf einem Gleis stand, das beim Beladen mit Transportgütern verwendet wird. Dies deute darauf hin, dass sich der Passagierzug auf einem falschen Gleis befunden habe, zitierte die Zeitung «Post and Courier» den Gouverneur des Bundesstaates. Die Transportsicherheitsbehörde NTSB schickte ein Untersuchungsteam an den Unglücksort.

Zwei Bahnangestellte sterben

An Bord waren laut dem Sender NBC 139 Fahrgäste und acht Mitarbeiter. Die beiden Todesopfer seien Amtrak-Mitarbeiter, die sich vorn im Passagierzug aufgehalten hätten.

Dieser fuhr nach McMasters Angaben mit einer Geschwindigkeit von fast 60 Meilen in der Stunde (etwa 96 Stundenkilometer), als er mit dem Güterzug der Bahngesellschaft CSX zusammenstiess. Bei der Kollision sprangen die Lok und mehrere Waggons des Amtrak-Zuges aus den Schienen.

Dabei wurden 116 Personen verletzt. «Es reicht von kleinen Kratzern und Beulen bis zu schwereren Knochenbrüchen», sagte Cahill. «Mehr weiss ich derzeit nicht.»

«Niemand geriet in Panik»

Passagier Derek Pettaway sagte gegenüber CNN, er sei von einem Ruck geweckt worden und habe ein leichtes Schleudertrauma erlitten. «Niemand geriet in Panik. Ich glaube, die meisten Menschen haben geschlafen, ich glaube die meisten hatten einen Schock», sagte er.

Einige Waggons seien bei dem Zusammenstoss entgleist, schrieb der Sheriff von Lexington auf Twitter. Die Retter konnten alle Fahrgäste aus dem Personenzug bergen, sagte ein Sprecher der Notfallbehörde von South Carolina. Für die nicht verletzten Fahrgäste richtete das Rote Kreuz eine Notunterkunft in einer nahe gelegenen Schule ein.

Serie von Zugunfällen mit Toten

Es ist das zweite Bahnunglück mit einem Amtrak-Zug innerhalb einer Woche. Am Mittwoch war ein mit republikanischen Kongressabgeordneten besetzter Zug im Bundesstaat West Virginia mit einem Müllwagen zusammengestossen. Dabei kam ein Mensch ums Leben.

Drei Menschen starben im Bundesstaat Washington im Dezember, als ein Amtrak-Zug entgleiste und von einer Überführung auf eine Strasse fiel.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Toni Koller (Tonik)
    Aha, falsche Weichenstellung. Eine Null-Information: Was sonst könnte denn einen Zug aufs falsche Geleise führen? Aufschlussreich wird erst die Untersuchung sein, WESHALB die Weiche falsch gestellt war.
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  • Kommentar von Martin Tanner (mikado5034)
    Vielleicht fehlende zeitgemässe Zugleitsysteme? Warten wir mal das Resultat der Untersuchung ab. Jedenfalls marode Infrastruktur noch und noch: Autobahn- und Eisenbahnbrücken, die schon längst hätten gesperrt werden müssen; Schulhäuser, die regelrecht verlottern und im Winter nicht heizbar sind (muss man sich mal vorstellen!); Regionalspitäler, denen das Geld für das Benzin der Krankenwagen fehlt... Tja, warten wir mal ab, bis die nächste Autobahnbrücke zusammenbricht. "America first...!"
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Zu spekulieren, ohne die Umstände zu kennen, ist nicht sehr hilfreich oder weise. Nach ersten Erkenntnissen könnte es menschliches Versagen sein. Zum Glück stand der Güterzug still, was die Aufprallenergie deutlich minimierte. Es wundert, dass ein Abstellgleis nicht automatisch vom regulären Fahrbereich getrennt wird, wenn dort ein Zug abgestellt wird. Mein Beileid an die vielen Opfer. Leider sind die gehäuften Vorfälle keine gute Werbung für das US-Schienenwesen.
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