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International Ban Ki-Moon gibt irakischer Regierung Mitschuld

Die Zentralregierung im Irak unterstellt Saudi-Arabien die Finanzierung der sunnitischen Dschihadisten der Isis-Gruppe. UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon hingegen wirft dem Irak vor, sich nicht genug um die verschiedenen Volks- und Religionsgruppen im Land zu kümmern.

Legende: Video «UNO warnt vor Flächenbrand im Nahen Osten» abspielen. Laufzeit 1:35 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.06.2014.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat die schiitische irakische Regierung zum Dialog mit den Sunniten aufgerufen. Um die Krise zu überwinden und die Gewalt im Land zu stoppen, müssten alle Volksgruppen miteinander sprechen.

Die Lage vor Ort verschlechtere sich sehr rasch, so Ban. Die Gefahr extremistischer Gewalt in grossem Ausmass rücke näher. Erstmals machte er die irakische Regierung um Ministerpräsident Nuri al-Maliki mitverantwortlich.

Nährboden für Extremismus

Die Missachtung von Menschenrechten bilde den Nährboden für Extremismus und Terrorismus, betonte Ban. Es müssten alle ethnischen und religiösen Gruppen ernstgenommen und eingebunden werden. Indirekt verlangte der UNO-Chef von Maliki eine Regierung der nationalen Einheit – und nicht länger eine wie bisher rein schiitisch beherrschte Führung .

Die Regierung in Bagdad hingegen richtet ihren Vorwurf an Saudi-Arabien. Das wahhabitische Königreich soll die Isis-Dschihadisten im Irak finanziell unterstützen, so Maliki. «Wir machen Saudi-Arabien verantwortlich für das, was diese Gruppen an finanzieller und moralischer Unterstützung erhalten», erklärte der irakische Ministerpräsident.

4 Kommentare

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  • Kommentar von G. Niedermann, Zürich
    Wie recht er hat! Extremismus ist Zeichen der Armut, fehlender Ausbildung, Arbeitslosigkeit, abgrundtiefer Perspektivlosigkeit, Unterdrückung, Diktat durch Religion und Regierung. Die Geschichte wiederholt sich!
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    1. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Niedermann - Das stimmt so nicht ganz. Bildung und Wohlstand war im Islam noch nie ein Schutz vor Extremismus. Das fängt bei bin Laden an, geht über die 9/11-Attentäter, die im Westen studierten, bis hin zu unzähligen Politikern in islamischen Ländern, und leider auch immer mehr Moslems in Europa, die alle Vorzüge unserer freiheitlichen Gesellschaft genossen haben und trotzdem extremistisch-jihadistische Ansichten vertreten. Warum? - Weil sie Koran, Hadithen und Sunna sehr ernst nehmen.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Ban Ki-Moon hat recht, aber Al-Maliki hat auch recht: ISIS wäre ohne die Millionen aus den Golfstaaten aufgeschmissen. Die Welt weiss längst, dass vorallem Saudi Arabien und Katar die grössten Financiers des Jihadismus sind, aber weil man mit diesem Schurkenstaaten dicke Geschäfte macht und nicht darauf verzichten will, schaut man weg.
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  • Kommentar von M.kaiser, Rebstein
    Da hat Herr Ban Ki-Moon einmal mehr Recht - wer Unrecht säht wird Unrecht ernten !
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