Bandenchef verhaftet: Werden die Studenten jetzt gefunden?

Drei Wochen nach dem Verschwinden von 43 Studenten in Mexiko haben Sicherheitskräfte den der «obersten Anführer» der Drogenbande Guerreros Unidos festgenommen. Die Bande wird der Ermordung der Studenten verdächtigt.

Verhüllte Frau vor Postern der Vermissten.

Bildlegende: Werden die 43 Studenten jetzt gefunden? Die Polizei erhofft sich nach der Verhaftung des Bandenchefs neue Hinweise. Keystone

Die Festnahme von Sidronio Casarrubias Salgado werde die Ermittlungen voranbringen, erklärte Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam. Der «oberste Anführer» der Guerreros Unidos sei am Donnerstag bei einer Kontrolle auf einer Autobahn zwischen Mexiko-Stadt und Toluca zusammen mit einem seiner engsten Vertrauten gefasst worden, sagte der Chefermittler Tomás Zerón.

Studenten an Bande übergeben

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Verschwundene Studenten: Dutzende Festnahmen in Mexiko (unkomm.)

0:19 min, vom 18.10.2014

Generalstaatsanwalt Murillo Karam sagte, Casarrubias bestreite, die Ermordung der Studenten angeordnet zu haben. Der Drogenboss sei jedoch darüber informiert worden und habe nichts unternommen, um sie zu verhindern. Demnach wurden wegen der Tat insgesamt 36 Staatsbedienstete und 17 Mitglieder der Guerreros Unidos festgenommen.

Die 43 Studenten hatten am 26. September nach einer Spendenaktion in Iguala im Bundesstaat Guerrero mehrere öffentliche Busse für die Rückfahrt in ihre Universität gekapert, woraufhin Polizisten das Feuer eröffneten und sechs Menschen töteten. Anschliessend wurden die Studenten offenbar der Bande Guerreros Unidos übergeben, die enge Kontakte mit der örtlichen Polizei unterhalten soll.

Rund 50 Verdächtige wurden bislang festgenommen, darunter zahlreiche Gemeindepolizisten. Bei bereits in Massengräbern entdeckten Leichen handelte es sich laut Generalstaatsanwaltschaft nicht um die Vermissten. Bürgerwehren fanden nahe Iguala unterdessen neue Gräber. Forensiker untersuchen nun, ob die dort entdeckten Überreste von den vermissten Studenten stammen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Ungewissheit in Mexiko bleibt

    Aus Tagesschau vom 15.10.2014

    Die vierzig vermissten Studenten sind nicht unter den in einem Massengrab gefundenen Leichen. Dies bestätigen die mexikanischen Behörden. Vor zwei Wochen wurden die Studenten während einer Demonstration verhaftet. Seither fehlt von ihnen jede Spur.