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International Bankgeheimnis in Luxemburg ist Geschichte

Seit Jahresbeginn setzt Luxemburg den Automatischen Informationsaustausch (AIA) um. Das hat Auswirkungen auf den Finanzplatz des Mini-EU-Staates.

Legende: Video Luxemburg richtet sich neu aus abspielen. Laufzeit 1:57 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 02.01.2015.

Viel Kritik gab es in den vergangenen Monaten am Finanzplatz Luxemburg. Kritik an den Steuer-Rabatten für Konzerne. Und vor allem: Kritik am Bankgeheimnis, das nun, gegenüber den anderen EU-Staaten, abgeschafft wird.

Doch Finanzminister Pierre Gramegna sagt, er sehe mehr Licht als Schatten. «Es war höchste Zeit, das Bankgeheimnis aufzugeben.» Die Nachteile hätten die Vorteile am Schluss überwogen. «Wir sehen, dass wir viele kleine Kunden verlieren, aber grosse Kunden dazukommen. Wir haben also diese Phase bis jetzt nicht schlecht überstanden.»

Luxemburg setzt auf China

Neue Kunden – und auch neue Geschäftsfelder. Etwa im Kunstmarkt sehen die Luxemburger Potential. Kürzlich wurde ein grosses Zollfreilager eröffnet, direkt neben dem Flughafen Luxemburg. Teure Kunst, sicher eingelagert: eine Dienstleistung für die Superreichen aus der Volksrepublik China – einem Land, das dem luxemburgischen Finanzminister neue Perspektiven bietet.

«Ich war im Juli in China unterwegs. Zu den schon drei bestehenden chinesischen Banken werden in den kommenden Wochen noch drei dazukommen», so der luxemburgischen Finanzminister. Chinesische Banken in Luxemburg. Im Handel mit der chinesischen Währung Renminbi ist der Finanzplatz Luxemburg bereits heute die Nummer eins in der Eurozone.

Warum suchte sich China Luxemburg als Haupthandelsplatz für den Renminbi aus? Gramegnas simple Erklärung: «Die Chinesen haben Luxemburg als ihren Lieblingsort herausgesucht, weil Luxemburg für China als neutral gilt, und weil wir in der Mitte der Euro-Zone sind.»

Luxemburger Finanzsektor

Schwerpunkt der Luxemburger Volkswirtschaft ist der Finanzsektor. Dies dank freundlicher Gesetze zugunsten der Finanzindustrie und tiefer Steuersätze. Im Juni 2010 waren in Luxemburg 149 Banken registriert, fast ausschliesslich Tochtergesellschaften oder Niederlassungen ausländischer Banken. Hauptpfeiler des Finanzplatzes ist die Fondsindustrie.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    Das private Geld wird sich gegen Osten verschieben, derweil der Ober-Juncker dafür gesorgt hat, dass die Multis in Luxemburg praktisch steuerfrei bleiben (ist für mich auch Steuerbetrug), was schlussendlich für andere Länder zu einem viel grösseren Steuerausfall führt. Verstehe wer das will.
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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Das Private Geld geht den Staat nichts an und wenn man der Steuererklärung nicht mehr traut ist das unterste Schublade von der Regierung. Somit mein Beileid an Luxemburg, es ist ein grosser Fehler, doch das werdet ihr noch fürh genug merken.
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    1. Antwort von Hanspeter Schwarb, Eiken
      Die hinterzogenen Steuern sind das Hauptproblem der Staatsverschuldungen in den südeuropäischen Staaten . Da sagen Sie noch das geht niemand was an. Luxemburg lebt seit Jahrzehnten wie die Made im Speck. Das Bankgeheimnis kann weltweit abgeschafft werden. Das hilft nur der Mafia und anderen Steuerbetrüger.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Das ist nur ein Ablenkungsmanöver , der Hauptklotz wird in die CH transferiert .
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    1. Antwort von sven dorca, luxemburg
      Wollen sie wirklich die Steuer-Vorabentscheide in der Schweiz haben, so wie sie in Luxb praktiziert wurden? Ps..es bleibt nicht viel hängen. 2. Bilaterale Abkommen haben noch immer Vorrang vor EU-Gesetze.( auch Hoheitsrechte genannt).3. Hier geht es um Investimentfonds, u. nicht um Steuerflüchtlinge. Kann mir nicht vorstellen, dass China in einem nicht EU Land seine Sahne-Kuchen verscherbelt.
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