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Bedenken vor Gipfeltreffen Trump könnte zu viel für zu wenig anbieten

Das Wichtigste in Kürze

  • Nun also doch: US-Präsident Donald Trump will sich mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un treffen.
  • US-Sicherheitspolitiker haben grosse Bedenken, denn der Gipfel ist nicht solide vorbereitet.
  • Im Pentagon schwieg man bisher – jetzt äusserte sich Verteidigungsminister James Mattis auf dem Asien-Sicherheitsgipfel in Singapur.

In Singapur laufen die logistischen Vorbereitungen für den Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un seit Anfang Woche auf Hochtouren.

Auf dem derzeitigen Asien-Sicherheitsgipfel im Shangri-La-Hotel – genau da, wo auch Donald Trump und Kim Jong-Un einander in zehn Tagen treffen könnten – sind die Meinungen sehr geteilt: Während Südkoreas Verteidigungsminister Song Young-moo nicht an den ehrlichen Absichten des Herrschers über Nordkorea zweifelt, fordert sein japanischer Amtskollege Itsunori Onodera, es dürfe nicht passieren, dass Kim belohnt werde für nette Worte und leere Versprechungen.

Trump könnte zu viel für zu wenig anbieten

US-Verteidigungsminister James Mattis, der als der letzte «übriggebliebene Vernünftige» in der Trump-Regierung gilt, hielt sich lange mit Äusserungen zurückhielt. Jetzt spricht er von hohen Erwartungen: «Die Welt schaut mit Spannung auf dieses Treffen.» Er dämpft aber sogleich die Erwartungen und macht klar: Aus Sicht der Militärführung muss ein Thema im Zentrum stehen: «die totale, überprüfbare und unumkehrbare nukleare Abrüstung Nordkoreas».

Mattis Worte drücken aus: Auch im Pentagon besteht offenbar die Befürchtung, Präsident Trump könnte zu viel für zu wenig anbieten, um so einen symbolischen, aber letztlich wertlosen Gipfelerfolg einzuheimsen. Vor allem, so Mattis entschieden – und wohl auch an die Adresse Trumps gerichtet, dürfe ein Abzug der knapp 30'000 US-Soldaten aus Südkorea keinesfalls ein Thema sein. «Darüber zu reden ist ausschliesslich Sache der beiden Alliierten USA und Südkorea.» Niemand sonst habe sich da einzumischen.

Es ist irrelevant, ob es Kim Jong-un ehrlich meint mit der Versöhnung. Entscheidend ist allein, was er tut.
Autor: Mac ThornberryRepublikanischer Sicherheitspolitiker

Mattis Haltung wird auf dem Sicherheitsgipfel gestützt von der US-Kongressdelegation. Der republikanische Repräsentant und Sicherheitspolitiker Mac Thornberry: «Es ist irrelevant, was Kim Jong-un denken mag oder ob er es ehrlich meint mit der Versöhnung. Entscheidend ist allein, was er tut.»

Das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kim Jong-un soll am 12. Juni in Singapur stattfinden.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Christina Gehre (Chrisi)
    Man sollte nicht so viel spekulieren und einfach abwarten. Donald Trump könnte zu viel für zu wenig anbieten, glaube ich schon gar nicht. Ich denke mal optimistisch und hoffe das sie sich einigen und für alle betroffenen einen guten Vertrag aushandeln, dass alle Vorteile haben. Also eine Win/Win Situation, wäre genial. Aber das geschieht sicher nicht von heute auf morgen, sowas braucht Zeit. Die Zeit wird zeigen wie es weiter geht.
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  • Kommentar von Sebastian Mallmann (mallmann)
    USA fordern die komplette Abrüstung, überprüfbar und unumkehrbar. Dann fordern sie auch noch, dass über eine Abrüstung in Südkorea ihrerseits nicht diskutiert werden darf. Klingt ziemlich einseitig und überheblich. Irgendein Zugeständnis muss an Nordkorea schon gemacht werden, wie soll der Deal sonst für Kim attraktiv sein?
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  • Kommentar von Bendicht Häberli (bendicht.haeberli)
    Da habe ich überhaupt keine Bedenken wegen Trump. Der weiss genau, wie man mit Staatsmännern des Schlages Kimi umgeht. Die beiden werden anhand des Dialoges einander auszustechen versuchen und Vorteile zu gewinnen, mit dem Wissen, dass der Andere sowie so nicht hält, was er verspricht. Fazit: Solange da nichts unterschrieben wird, was verbindlich ist, würde ich das Treffen als einen Besuch unter "Freunden" abbuchen. Veni vidi vici! Ist egal welcher.
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    1. Antwort von Lily Baumann (Medinilla)
      Es ist, wie Sie schreiben. Die beiden "Männer" werden sich gegenseitig einmal mehr vorführen, einen neuen Gipfel einberufen, weiter palavern, bis es keine Gipfel mehr gibt.
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