Bekennerschreiben zu Anschlag in Athen aufgetaucht

Zwei Wochen nach dem tödlichen Anschlag auf zwei Rechtsextremisten in Athen ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Verantwortung für den Anschlag übernimmt eine Gruppe namens «Kämpfende revolutionäre Volkskräfte».

Anti-Terroreinheiten der griechischen Polizei untersuchten am 1. November den Tatort.

Bildlegende: Anti-Terroreinheiten der griechischen Polizei untersuchten am 1. November den Tatort. Reuters

Rund zwei Wochen nach einem tödlichen Anschlag auf zwei Mitglieder der griechischen Neonazipartei Goldene Morgenröte ist am Samstagabend ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Verantwortung für den Anschlag übernimmt eine bislang nicht in Erscheinung getretene Gruppe mit Namen «Kämpfende revolutionäre Volkskräfte».

Das Bekennerschreiben wurde dem Internetportal «zougla.gr» zugespielt, das es an die Anti-Terror-Einheit der Polizei weiterleitete. Zugleich wurde das 18-seitige Schreiben im Internet veröffentlicht. Die Polizei halte das Schreiben für authentisch, berichteten die griechischen Medien.

«Vergeltungsmassnahme für einen anderen Mord»

Unter anderem heisst es dort: «Der Angriff erfolgte als Vergeltungsmassnahme für den Mord an Pavlos Fyssas». Der linke Aktivist und bekannte Rapper war am 18. September von einem Rechtsradikalen in einem Vorort von Piräus ermordet wurden.

Die griechischen Behörden waren von Anfang an davon ausgegangen, dass die Ermordung der beiden Neonazis mit dieser Tat zusammenhängen könnte. Die Mitglieder der Goldenen Morgenröte waren am 1. November vor den Büros der Partei im Athener Vorort Irakleion mit mehreren Schüssen aus einer Pistole getötet worden. Ein weiterer Mann wurde bei dem Angriff schwer verletzt.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Schlag gegen Neo-Nazi-Partei

    Aus Tagesschau vom 28.9.2013

    Nikolaos Michaloliakos, Präsident der Goldenen Morgenröte, sitzt hinter Gittern. Die Polizei inhaftierte ihn kurz nach Erlass des Haftbefehls. Denn die rechtsextremistische Partei sei eine «kriminelle Organisation», heisst es. Einschätzungen von Werner van Gent, SRF-Korrespondent, in Athen.