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International Belgischer Islamisten-Chef: Haft wegen Dschihad-Rekrutierung

In Belgien sind mehrere Mitglieder der Dschihadistengruppe «Sharia4Belgium» wegen terroristischer Aktivitäten verurteilt worden. Der Kopf der Bande, Fouad Belkacem, muss zwölf Jahre ins Gefängnis. Mit seiner Gruppe wollte er in Belgien einen islamischen Staat installieren.

Michael Delefortrie in einem weissen Dschihadisten-Kleid. Seine Anwälte tragen schwarze Business-Kleider.
Legende: Michael Delefortrie (Mitte), einer der Verurteilten, auf dem Weg zum Gericht. Er wird von seinen Anwälten begleitet. Reuters

In Belgien sind mehrere Mitglieder der Dschihadistengruppe «Sharia4Belgium» wegen terroristischer Aktivitäten verurteilt worden. Der Kopf der Bande, Fouad Belkacem, müsse zwölf Jahre ins Gefängnis, urteilte das Gericht im flämischen Antwerpen.

«Sharia4Belgium» hat nach Auffassung des Gerichts Kämpfer für den Bürgerkrieg in Syrien rekrutiert. «Belkacem ist verantwortlich für die Radikalisierung junger Menschen, um sie für einen bewaffneten salafistischen Kampf vorzubereiten, in dem die demokratischen Werte keinen Platz haben», führte das Gericht bei der Urteilsverkündung an.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess geltend gemacht, dass die Gruppe letztlich auch auf einen Umsturz in Belgien aus sei. Der Name «Sharia4Belgium» bedeutet «Die Scharia für Belgien».

Nicht alle Angeklagten waren beim Prozess anwesend

Im streng gesicherten Prozess gab es 46 Angeklagte. Die meisten von ihnen waren allerdings beim Prozess nicht anwesend, weil sie in Syrien kämpfen oder bereits dort getötet worden sein sollen.

Mitte Januar, kurz nach den islamistischen Anschlägen in Paris, hatte die belgische Polizei eine mutmassliche Dschihadistengruppe in Brüssel und Verviers ausgehoben, wobei zwei Verdächtige getötet wurden. Eine Verbindung zu «Sharia4Belgium» ist bislang nicht bekannt.

Von Belgien in den Dschihad

Rund 350 bis 400 Personen sind bislang nach Schätzungen der belgischen Regierung aus dem Land nach Syrien gereist. Verglichen mit seinen elf Millionen Einwohnern weist Belgien eine der höchsten Quoten an Dschihad-Reisenden in Europa auf. Die Salafisten-Gruppe «Scharia4Belgium» soll davon jeden Zehnten rekrutiert haben – darunter auch Jugendliche.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Tarek Abdulkareem, Prague
    Mangelhafte Berichterstattung, den SRF hätte uns erwähnen sollen, was die Verteidigung gesagt hat
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Sehr interessant, das Bild. Diese Islamisten sind mir schon Wendehälse. Ausgerechnet ein Mitglied der ultraorthodoxen Salafisten, akzeptiert einen weiblichen und unverhüllten Anwalt?! Tja, wenn es um die eigenen Interessen geht, paktiert man auch mit dem „Teufel“. Alleine schon deren Markenzeichen «Sharia4Belgium» eine zutiefst US-slang Schreibweise. Ihr grösster Widersacher und Feind. Eine „4“ statt „for“ zu schreiben ist halt cooler und "rappen" tut es auch noch. Riesen Kopfschüttel.
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    1. Antwort von tamer aboalenin, Bern
      Nein, dass heißt nicht (paktiert man auch mit dem „Teufel“), sondern, daß ihr ein falsches Bild von den Medien über diese Leute erhalten habt.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Belgien, gerade das Brüsseler Moslem-Ghetto Molenbeek, ist ein Schaufenster in die Zukunft Westeuropas. Im Westen wurde bei der Islamisierung und Radikalisierung Jahrezehnte lang zugeschaut und uns das von Politikern und ihren Lohnschreibern in den Medien im Namen einer falschen Toleranz als "Bereicherung" verkauft. Gleichzeitig wurden - und werden! - diejenigen, die auf diese Missstände hinwiesen als Nazis und Rassisten diffamiert. Zeit endlich von diesem kranken Multikulti-Traum aufzuwachen!
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