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International Bereits ein Drittel mehr Mittelmeer-Flüchtlinge als 2014

Bereits mehr als 300'000 Menschen haben heuer auf der Flucht vor Krieg und Unterdrückung und auf der Suche nach einer besseren Zukunft die Fahrt über das Mittelmeer gewagt. Dies zeigen aktuelle Zahlen des UNHCR. Über 2500 fanden auf der Überfahrt den Tod.

Legende: Video Wieder bis zu 200 tote Flüchtlinge vor Libyen abspielen. Laufzeit 0:36 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 28.08.2015.

Die Zahl der Flüchtlinge und Migranten, die im laufenden Jahr auf dem Weg nach Europa die Route über das Mittelmeer gewählt haben, hat 300'000 deutlich überschritten. Im kompletten vergangenen Jahr waren es laut dem Uno-Hochkommissariat für Flüchtlinge, UNHCR, noch knapp 220'000 gewesen.

Rund 200'000 Bootsflüchtlinge seien im laufenden Jahr bereits in Italien an Land gegangen, sagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming in Genf. Rund 110'000 hätten es nach Griechenland geschafft. Viele sind in Italien gestrandet. Gegen 3000 Todesopfer sind offiziell bekannt. In dieser Zahl sind diejenigen Toten nicht enthalten, die in den letzten Tagen starben. Allein am Donnerstag ertranken vermutlich 200 Flüchtlinge vor der lybischen Küste als ihr Boot kenterte.

Viele der Opfer verlieren ihr Leben aber nicht, weil die Boote auf offener See kentern, sondern aufgrund der Bedingungen auf den Schlepper-Schiffen.

Schlepper verlangen Geld für frische Luft

«Die Art, wie die Menschen auf die Boote gepfercht weren, ist der Grund für die Todesfälle», sagte Fleming. So seien erst am Donnerstag im Innern eines Bootes zusammengepferchte Flüchtlinge entdeckt worden, von denen einer berichtet habe, sie hätten den Schmugglern Geld bezahlen müssen, um zum Atmen an die frische Luft zu dürfen. Häufig sind die Menschen auf den Schiffen auch giftigen Dämpfen ausgesetzt.

UNHCR-Sprecherin Fleming forderte mehr legale Alternativen zur lebensgefährlichen Überfahrt. Die jetzigen Regelungen seien angesichts der Anzahl der Migranten ungenügend.

Mehr zum Thema

In einer Pressekonferenz informierte die österreichische Polizei über den derzeitigen Ermittlungsstand. Demnach kam die Flüchtlingsgruppe offenbar aus Syrien. Die drei festgenommenen mutmasslichen Schlepper stammen demnach aus Bulgarien und Ungarn. Weiter Informationen finden Sie hier.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Logisch, jeder erfolgreiche Migrant,also Der, der Europa erreicht hat und sein erstes Geld erhalten hat meldet sich bei der Familie und macht so Reklame, die Toten.. die koennen ihr Unglueck nicht melden und so sind sie such keine Warnung fuer andere Migrationswillige! Und Die mit Bedenken.. die werden vor Ort zb Libyen, von den Schleppern beschwichtigt und schwimmen so in den moeglichen Tod!
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Für sie gibt es die Kategorie der an Leib und Leben gefährdeten Flüchtlinge also gar nicht. Naja, SA ist auch gar weit entfernt von Syrien.
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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Alles rund um das Problem , von den Schleppern, über rührselige Geschichten, Warnung vor Neonazis, Aufrufen zur Solidarität, Verteilungsschlüsseln, Unterkunfts- und Unterhalsdiskusionen, Ayslgrunddebatten, etc, etc, lenken nur von den Schuldigen ab. Davon, wer (welche Gesinnung) diese Völkerwanderung und seine hässlichen Begleitumstände für Immigranten und uns zu verantworten hat. Noch wichtiger, es verhindert das notwendige Handeln. Wir (Europa) sind ein Kontinent von (Endzeit)Schwätzern.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Der Grenzschutz wird noch immer überschätzt. Es reicht, wenn man aufhören würde, jeden Hergelaufenen hier zu versorgen. Es gibt nirgendwo die Verpflichtung, dass ein Staat jeden Menschen, der ihn betritt versorgen müsse. Touristen können nach wie vor gerne herkommen. Aber wer hier kriminell wird, kommt ins Gefängnis und wird anschliessend abgeschoben. Alles ganz einfach so, wie es seit langem im Gesetz steht.
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    1. Antwort von roland goetschi (pandabiss)
      Was? Allso ehrlich gehen Sie wirklich davon aus das alle Asylanten Kriminell sind? Oder schreiben Sie einfach etwas um sich stark zu fühlen? Sie Profilieren sich auf dem Rücken der Schwächsten.
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Trauriger Kommentar, Boris Kerzenmacher!
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    3. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Diesmal muss ich (wenigstens teilweise), den beiden "Scheunentorwarte", die der Meinung sind, wir müssten für die GANZE WELT die Türen weit offen halten, zustimmen: Es sind NICHT ALLE Ankömmlinge kriminelle Leute! Es stimmt aber, dass kein STAAT verpflichtet ist, jeden illegal ankommenden Mensch aus irgend einer völlig fremden Kultur und Religion sofort ohne GEGENLEISTUNG zu beherbergen, verköstigen und medizinische Versorgung anzubieten! Wird aber ein Ankömmling kriminell, dann haben Sie Recht!
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