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International Berichte über Attacken auf Flüchtlingsboote

Vermehrt berichten Flüchtlinge auf der griechischen Insel Kos, bei der Überfahrt von maskierten und bewaffneten Männern überfallen worden zu sein. Die Küstenwache weist Gerüchte über eine Verantwortung für die Angriffe zurück.

Legende: Video Gewalt auf Kos abspielen. Laufzeit 1:04 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 15.08.2015.

«Grosse, mit Gewehren, Stöcken und Messer bewaffnete, maskierte Männer näherten sich unserem Schlauchboot, durchlöcherten es und warfen unseren Motor ins Wasser». Solche Berichte wie der des 40-jährigen Ahmed Jusef kurz nach dessen Ankunft auf der griechischen Insel Kos häuften sich in den letzten Wochen. Die Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen» äussert sich besorgt.

«Wir haben genügend ähnlich lautender Geschichten gehört, um in Sorge zu sein», sagte eine Vertreterin der Hilfsorganisation auf Kos. So sollen auch schon Flüchtlingsschiffe gerammt und zum Sinken gebracht worden sein. Flüchtlinge berichteten ihrer Organisation seit Juli von Angriffen durch zum Teil europäisch und griechisch beflaggte Schiffe.

Griechenland weist Verantwortung zurück

Einige Flüchtlinge machten laut der Hilfsorganisation die griechische Küstenwache für die Angriffe verantwortlich – dies wurde jedoch vom Chef der Einwanderungspolizei, Zacharoula Tsirigoti, energisch zurückgewiesen.

Die Küstenwache hatte Anfang August die Festnahme von drei Männern gemeldet, die Flüchtlinge auf dem Meer ausgeraubt haben sollen. Die drei Griechen im Alter zwischen 21 und 31 Jahren waren demnach als Beamte der griechischen Küstenwache verkleidet.

Über Berichte über Angriffe auf Flüchtlingsboote verfügt auch das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge. Sie habe von den Vorwürfen gehört, könne sie aber weder bestätigen noch dementieren, sagte am Samstag eine Sprecherin. «Wir versuchen nun selbst, die Lage zu beobachten». Auch die EU-Grenzschutzmission Frontex wurde über die Berichte informiert.

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144 Kommentare

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  • Kommentar von Linda Widmer, Bern
    Warum ist es nicht möglich, dass man vorübergehend einen Aufnahmestopp für von der Türkei aus fliehende Asylsuchende verhängt und dies mit einer militärischen Sicherung der griechischen Inseln durchsetzt? Zumindest bis sich die Lage in Griechenland einigermassen normalisiert hat? Immerhin sind die meisten Asylsuchenden in der Türkei nicht an Leib und Leben bedroht.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Man sollte mal fragen: WARUM "fluechten" die Menschen, dann als 2te Frage, warum nicht in das naechst gelegene Land? Dort ist es doch SICHER.. nein.. man fluechtet nicht, man organisiert Geld und migriert.. wohin? Natuerlich in ein Wohlstandsland mit moeglichst weicher Regierung und nimmt dafuer Etliches in Kauf! Mit dem Geld, das man auf die Hand bekommt kann "man" in der CH zB gut leben und noch etwa 100-200 sfr nach Hause schicken, dort entspricht es dann einem Salaer eines Geschaeftsleiters!
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  • Kommentar von J.Baltensperger, Zürich
    Flüchtlingsströme gibt es seit Menschengedenken, mal mehr mal weniger. Wichtig ist, dass die Verfahren schnell durchgeführt werden und zwischen verfolgten Personen und Wirtschaftsflüchtlingen unterschieden wird. Erstere können bleiben bis sich die Situation bessert und zweite werden abgewiesen. Diejenigen, welche hier sind, sollen beschäftigt werden. Dank der Reform des Ayslgesetzes (gegen den Willen der SVP!) sind wir schneller und effizienter. Asylchaos? Das hätten die Rechtspopulisten gerne.
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