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Beschluss der EU-Kommission EU-Zölle auf US-Waren gelten ab Juli

  • Die Vergeltungszölle der Europäischen Union gegen die USA im Stahlstreit greifen in vier Wochen.
  • Die Strafabgaben werden ab Juli in Kraft treten, wie EU-Vizekommissar Maros Sefcovic sagte.
  • Die Kommissare fällten den Beschluss während ihres wöchentlichen Treffens.
Legende: Video Vergeltungszölle der EU auf US-Waren abspielen. Laufzeit 0:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.06.2018.

Die Behörde hatte die Importstrafen Mitte Mai bei der Welthandelsorganisation WTO angemeldet. Die geplanten Massnahmen betreffen US-Produkte im Wert von bis zu 2,8 Milliarden Dollar. In der EU dürften unter anderem Jeans, Motorräder und Whisky aus den USA teurer werden. Die EU sprach von einer «angemessenen Antwort auf die einseitige und illegale Entscheidung der USA».

Der Jack-Daniel's-Hersteller Brown Forman fürchtet deswegen bereits negative Auswirkungen auf sein Geschäft: «Die Wettbewerbslage in den Industrieländern bleibt weiterhin intensiv, ganz zu schweigen von den Sorgen über mögliche Vergeltungstarife für amerikanische Spirituosen», so der Konzern. Anfang Juni hatte Mexiko einen 25-prozentigen Zoll auf Bourbon-Importe verhängt.

Die USA haben mit neuen Zöllen auf Stahl- und Aluminiumprodukte für die EU, Kanada und Mexiko einen Handelsstreit vom Zaun gebrochen. Auch Mexiko und Kanada kündigten ähnliche Massnahmen an.

Weitere Gegenzölle geplant

Europa will es bei seinen Vergeltungsmassnahmen aber nicht bei einer Runde belassen: In einer zweiten Phase könnten ab 2021 weitere US-Produkte im Wert von 3,6 Milliarden Euro getroffen werden - darunter Rückspiegel für Autos, Touch-Screens sowie Sicherheitsglas. Zusammen sind das 6,4 Milliarden Euro - genau der Zollwert, mit dem Washington nun Stahl und Aluminium belegt. Die EU-Kommission will für diesen Schritt aber noch das Ergebnis der Klage vor der WTO abwarten.

Die US-Regierung hatte ihre Schritte mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet. Die Partnerländer der USA haben beim jüngsten G7-Finanzministertreffen im kanadischen Whistler die Entscheidung als rechtswidrig und nicht hinnehmbar kritisiert.

Legende: Video Sebastian Ramspeck zur Diplomatie vor dem G7-Gipfel abspielen. Laufzeit 1:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.06.2018.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Kälin (MarcelKälin)
    Die Schweiz erhebt an ihrer Grenze auch Zölle. Und zwar auf alle Waren!
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  • Kommentar von Arthur Häberli (Arthur Häberli)
    Alles wird deutlich komplizierter. Ja auch die Schweiz will mit Zöllen mitziehen? Zölle, Zölle, Zölle.. früher gab es Zollstationen an jeder Hausecke. Was ist denn die Leistung, die ein Land erbringt, wenn es Zölle erhebt. Wem ist geholfen, wer hat daran einen 'Gain'? Kann man den die USA nicht einfach damit ins Leere laufen lassen? Wenn niemand anderes das Spiel mitmacht? Wie lange geht es, bis es für die USA zum Bumerang wird? Vielen Dank DT, sie haben da was angestiftet! Und alle machen mit!
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Die ueblichen Leerlaufmuskelspiele beim Abbau zu schaedlicher Freihandelsabkommen. Zuletzt wird sich das auf den goldenen Mittelweg von angemessenen Schutz- und Doempingstrafzoellen einpendeln. Allerdings koennte da die Zollverwaltung nicht noch kaputter gespart, sondern muesste massiv aufgeruestet und deren hoechstkaraetige Experten mindestens auf FINMA-Level besoldet werden....
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