Bewohner des «Dschungels» von Calais sollen Lager räumen

Er wird der «Dschungel» genannt. Der illegale Teil des Flüchtlingslagers bei Calais. Den dort lebenden Menschen haben die lokalen Behörden nun eine Frist zum Verlassen des Lagers gesetzt und Alternativen genannt.

Zelte und Sanitärhäuschen auf schlammigen Boden

Bildlegende: Die Bedingungen im Lager sind prekär. Die Behörden wollen den «Dschungel» nun räumen. Keystone

Die französischen Behörden haben den Bewohnern des Flüchtlingslagers von Calais eine Frist bis Dienstag gesetzt, um den südlichen Teil des Geländes zu verlassen. Danach werde man das Gelände schrittweise räumen, teilten die Behörden von Pas-de-Calais mit.

In einer Heidelandschaft in der Nähe des Hafenzubringers leben in Zelten und Baracken mehrere Tausend Migranten, die illegal nach Grossbritannien gelangen wollen. Die Slum-ähnlichen Bedingungen und die Versuche der Menschen, auf Züge oder Lastwagen zu gelangen, sorgen seit Monaten für Schlagzeilen.

Rund 1000 Menschen betroffen

Nun soll etwa die Hälfte des Lagers geräumt werden, betroffen sind laut Schätzung der Behörden 800 bis 1000 Menschen. Ihnen soll eine Unterkunft in einem in den vergangenen Monaten eingerichteten provisorischen Containerlager auf dem Gelände oder in Aufnahmezentren in anderen Regionen Frankreichs angeboten werden.

Mehrere Hilfsorganisationen hatten die Ankündigung der Räumung kritisiert, weil sie aus ihrer Sicht nicht von «echten alternativen Lösungen» begleitet wird. Die Behörden kündigten schon mehrmals die Räumung des Lagers an.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • FOKUS: Lage in Calais spitzt sich zu

    Aus 10vor10 vom 11.11.2015

    In den letzten Nächten kam es in Calais zu Zusammenstössen zwischen Polizisten und Migranten. Diese wollten sich in den stillstehenden Lastwagen verstecken. Das Flüchtlingslager ausserhalb von Calais ist inzwischen auf 6000 Personen angewachsen – humanitäre Organisationen schlagen Alarm.