Bienensterben: EU-Pestizidverbot scheitert

Wer ist schuld am Bienentod? Die EU-Kommission hat bestimmte Pestizide als Ursache festgemacht – und kann sie trotzdem nicht verbieten. Sie scheitert am Nein einiger EU-Länder. Der Agrochemiekonzern Syngenta bewertet das Ergebnis positiv.

Ein von der EU-Kommission zum Schutz der Bienen vorgeschlagenes Teilverbot bestimmter Pestizide ist zunächst am Votum von Deutschland und Grossbritannien gescheitert. Die beiden Staaten enthielten sich in der Abstimmung.

Das reichte, um weder den 13 Befürwortern noch den 9 EU-Staaten mit ablehnender Haltung die nötige Mehrheit zu verschaffen. Die EU-Kommission kann nun ihren Vorschlag überarbeiten und später erneut vorzulegen.

EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg will den Einsatz von drei sogenannten Neonicotinoiden für den Anbau von Mais, Sonnenblumen, Raps sowie Baumwolle für mindestens zwei Jahre verbieten.

Uneinigkeit bei Folgen von bestimmter Pestizidnutzung

Kritiker warnen, dass Neonicotinoide neben Vergiftungen auch dazu führen können, dass Bienen ihren Orientierungssinn verlieren und nicht mehr in die Bienenstöcke zurückfinden.

Der Agrochemiekonzern Syngenta begrüsste das Scheitern der geplanten Teilverbots von Pestiziden. Syngenta forderte die EU dazu auf, den Kampf gegen die eigentlichen Gefahren für die Bienengesundheit zu verstärken und ihre Fokussierung auf Pestizide auf Neonicotinoid-Basis zu beenden. Diese hätten positive volkswirtschaftliche und ökologische Effekte.