Bislang «mehrere Hundert» Islamisten getötet

Frankreich hat erstmals eine Opferzahl des Feldzuges gegen die Islamisten in Mali genannt. Während in Brüssel eine internationale Konferenz dem westafrikanischen Land weitere Hilfe zusicherte, sind erste Truppen aus Tschad im Kriegsgebiet eingetroffen.

Knapp vier Wochen nach Beginn des französischen Militäreinsatzes in Mali hat das Verteidigungsministerium in Paris erstmals Zahlen zu den Todesopfern genannt. Bei Angriffen der französischen Luftwaffe und Kämpfen sind seit dem 11. Januar «mehrere hundert Islamisten» getötet worden.

Ein ausgebrannter Pritschewagen am Strassenrand in Mali.

Bildlegende: Die französischen Angriffe galten vor allem Pritschenwagen der Islamisten. Keystone

Die Luftangriffe galten nach Angaben des Ministeriums vor allem Pritschenwagen, mit denen Kämpfer oder Kriegsmaterial transportiert wurden. Präzisere Zahlen wollte das Ministerium nicht nennen, zur Begründung sagte es, es gehe nicht um eine «makabre Aufzählung».

« Wir setzen die Operation fort »

Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte gegenüber dem Fernsehsender BFMTV, die französischen Streitkräfte hätten den «dschihadistischen Terrorgruppen» erhebliche Schäden zugefügt. Der Minister sprach von einer «bedeutenden Zahl», «mehreren Hundert» getöteten Islamisten. Auf französischer Seite habe es einen Toten gegeben. Dabei handelt es sich um einen zu Beginn der französischen Militärintervention getöteten Helikopterpiloten.

Le Drian kündigte eine Fortsetzung der Angriffe an. «Wir setzen die Operation fort. Sie besteht darin, Mali seine Sicherheit und die Unversehrtheit seines Staatsgebietes wiederzugeben», so der Minister.

Aussenminister Fabius seinerseits sagte der Zeitung «Métro», die Zahl der französischen Soldaten könnte schon ab März verringert werden, «wenn alles wie geplant verläuft». Derzeit sind in Mali fast 4000 französische Soldaten stationiert. Truppen der Westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas sollen sie bald ablösen.

1800 Soldaten aus Tschad stationiert

Tatsächlich sind am Dienstag in der früheren malischen Islamistenhochburg Kidal 1800 Soldaten aus dem Tschad eingetroffen. Die afrikanischen Unterstützungstruppen sollten die Stadt im Nordosten des Landes nach dem Rückzug der Aufständischen sichern, sagte ein Sprecher der französischen Streitkräfte. Französische Truppen seien weiterhin am Flughafen stationiert.

Derweil sicherte bei einer Konferenz in Brüssel die internationale Gemeinschaft Mali weitere Hilfe zu. «Wir werden unsere Unterstützung fortsetzen, bis nicht nur Mali, sondern die gesamte Sahel-Region ein sicherer Ort wird», sagte die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton.

Vertreter von mehr als 40 Staaten und internationalen Organisationen versprachen Mali Unterstützung beim Bemühen, bis Juli freie und faire Wahlen im Land zu organisieren. «Die internationale Gemeinschaft hat ihr Vertrauen in diesen Fahrplan bekundet», sagte Malis Aussenminister Tieman Hubert Coulibaly.

500 Ausbilder aus Europa

Die Brüsseler Konferenz sicherte Mali und der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas auch Hilfe zu, um die afrikanischen sowie die malischen Soldaten im Kampf gegen islamistische Extremisten im Norden zu unterstützen. Die EU teilte mit, die Ausbildungsmission für Mali stehe: Mitte Februar sollen die ersten von insgesamt 500 EU-Soldaten nach Mali geschickt werden.

Auch Deutschland verstärkt seine Militärhilfe für Mali weiter: Neben Transport- und Tankflugzeugen sowie Militärausbildern sollen nun auch 40 Sanitäter in das westafrikanische Krisenland geschickt werden. Die Zahl der deutschen Soldaten im Mali-Einsatz wird damit auf mehr als 150 anwachsen. Darunter sind auch 40 Pioniere, die sich an der EU-Ausbildungsmission beteiligen sollen.