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Blauhelm-Mission im Kongo Verhältnis zu den Friedenstruppen ist gespalten

Der UNO-Sicherheitsrat hat am Dienstagabend einstimmig beschlossen, das Mandat der UN-Mission im Kongo um ein Jahr zu verlängern. Zusätzlich werden die Blauhelme damit beauftragt die bevorstehenden Wahlen zu unterstützen. Darüber dürften sich im Kongo nicht alle freuen.

Legende: Audio Blauhelme im Kongo: Nicht alle freuen sich über sie abspielen. Laufzeit 1:38 Minuten.
1:38 min, aus HeuteMorgen vom 28.03.2018.

Die meisten Kongolesinnen und Kongolesen haben ein zwiespältiges Verhältnis zur rund 16'000 Personen umfassenden UNO-Mission in ihrem Land. Für die einen sollte ihr Mandat militärischer sein, damit sie die verschiedenen Rebellengruppen im Land besser bekämpfen könnte. Andere sehen in den Blauhelmen eine Einmischung des Westens – und das seit über 20 Jahren.

Teuerste aller UNO-Missionen

Die Mission in der Demokratischen Republik Kongo (Monusco) ist die grösste und zugleich teuerste aller Missionen der UNO. Gemäss UN-Angaben umfasst sie 16'215 Militärangehörige, 660 militärische Beobachter und Stabsoffiziere sowie 391 Polizisten.

Fakt ist: Die Lage im Kongo hat sich in dieser Zeit nicht verbessert. Rebellen sorgen für Konflikte, über 4 Millionen Menschen mussten fliehen, eine humanitäre Krise lässt das Land im Chaos versinken.

Kritik von Präsident Kabila

Auch der kongolesische Präsident Joseph Kabila ist kein Fan der Friedenstruppe. Immer wieder fordert er, dass die Mission in seinem Land verkleinert werden soll. Er spart nicht mit Kritik an den Blauhelmen. Und doch braucht er die UNO, um das riesige Land zusammenzuhalten.

Joseph Kabila
Legende: Kongos Präsident Joseph Kabila kann den Friedenstruppen in seinem Land wenig abgewinnen. Reuters

Nun sollen die Blauhelme mit ihrem neuen Mandat also die kommenden Wahlen unterstützen und dazu beitragen, dass diese transparent und glaubhaft sind – und bis Ende Jahr abgehalten werden. Das ist ein Zeichen der internationalen Gemeinschaft an Präsident Kabila. Denn dessen Amtszeit ist bereits zwei Jahre überfällig.

Proteste gegen seine Herrschaft lässt der kongolesische Präsident niederknüppeln. Oft in Präsenz der Blauhelme, denn mit ihrem Auftrag, die Zivilbevölkerung zu schützen, sind sie meist vor Ort, wenn Demonstrationen stattfinden. Erfolglos, so die Meinung der einen, denn es kommt zu Toten. Erfolgreich, meinen die andern, dadurch komme es nur zu wenigen Toten. Das Verhältnis zur Friedenstruppe dürfte im Kongo wohl weiterhin gespalten bleiben.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Demokratischen Republik Kongo, das wichtigste wäre, dass Glencore und Co verschwinden, nicht nur vom Kongo, sondern auch von der Weltbühne.
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    1. Antwort von Philipp Etter (Philipp Etter)
      Nein, dieser Ansatz ist zu kurz gegriffen. Ohne frisch abgebaute Rohstoffe geht es nicht und die kongolesischen, oft von Milizen kontrollierten Raubabbauminen mit Kinderarbeit sind keine Alternativen. Wenn die grossen Rohstoffkonzerne durch internationale Kontrollbehörden, ähnlich der IAO, regelmässig vor Ort und autorisiert mit weitreichenden Kompetenzen rigorose Bussen, Kompensionszahlungen bis hin zum Konzessionsentzug überwacht würden, liesse sich wahrscheinlich Einiges erreichen.
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    2. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Public Eye stellt zum Kongo gute Dokumentationen zusammen, Herr Etter. Ich stelle fest, dass was in Afrika ablaäuft eine schändliche wirtschaftliche Kolonialiserung ist, durch die eigentlich immer üblichen Verdächtigen. Bevor solche Konzerne, respektive deren Verantwortliche in personam nicht zur Rechenschaft gezogen werden, können wir im Westen kaum anderen Regierungen Wasauchimmer vorwerfen.
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