Bloomberg rutscht tiefer in die Datenaffäre

Der US-Finanzdienstleister nimmt es offenbar mit dem Datenschutz nicht so genau. Er muss sich mit einer weiteren Panne herumschlagen. Persönliche Informationen von zehntausenden Nutzern sollen offen zugänglich gewesen sein.

Bloombergs Wolkenkratzer

Bildlegende: Transparente Fassaden und Datenbanken bei Bloomberg: Was in der Architektur gefällt, wird im Netz zu einem Problem. Keystone

Der US-Finanzdienstleister Bloomberg muss sich nach Angaben der «Financial Times» mit einer weiteren Datenpanne herumschlagen. Mehr als zehntausend Mitteilungen von Nutzern des Dienstes aus den Jahren 2009 und 2010 hätten ungeschützt im Internet gestanden, berichtete die Zeitung.

Händler von Banken hätten darin ihre Kunden über Transaktionen informiert, etwa den Kauf von Anleihen. Die Mitteilungen seien erst aus dem Netz genommen worden, nachdem die Nachforschungen bekanntgeworden seien.

Wirtschaftliche Auswirkungen unklar

Das Unternehmen war in der letzten Woche unter Beschuss geraten, weil die eigenen Reporter bis vor kurzem Zugriff auf bestimmte Personendaten hatten. Auch der US-Notenbankchef Bernanke unter diesen Nutzern sein.

Bloomberg ist ein führender Dienstleister für die Finanzwelt. Die speziellen Computerterminals von Bloomberg stehen auf den Schreibtischen von Investmentbankern weltweit. Über sie können börsenrelevante Daten und Nachrichten abgerufen werden. Zudem können sich Nutzer gegenseitig Mitteilungen schicken. Das System ist in der Branche beliebt, auch weil es im Gegensatz zu E-Mails als besonders sicher gilt.