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International Blutbad vor der Waffenruhe

Stunden bevor die vereinbarte Waffenruhe in Syrien in Kraft treten soll, bringen Luftangriffe im Norden des Landes Tod und Zerstörung. Dutzende Zivilisten sterben in den Städten Aleppo und Idlib.

Legende: Video Vor der Waffenruhe fallen in Syrien wieder Bomben abspielen. Laufzeit 1:03 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 11.09.2016.

Bei mehreren Luftangriffen auf Rebellengebiete im Norden Syriens sind nach Angaben von Beobachtern insgesamt rund 100 Zivilisten getötet worden.

In der umkämpften Stadt Aleppo seien mindestens 42 Menschen bei Bombardierungen durch Kampfflugzeuge gestorben, sagte ein Sprecher der lokalen Hilfsorganisation Weisshelme. Unter den Opfern seien auch mehrere Kinder. Viele Verletzte seien noch in einem kritischen Zustand.

Attacke gegen einen Marktplatz

Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, starben in der Stadt Idlib zudem mindestens 58 Zivilisten. In Idlib attackierten nach Angaben von Aktivisten dutzende Flugzeuge unter anderem einen Markt.

Geschäfte und Häuser seien in Brand geraten. Mehr als 90 Menschen seien verletzt worden, sagten die Menschenrechtsbeobachter. Die Märkte sind derzeit wegen der anstehenden muslimischen Feiertage gut besucht.

Zunahme der Bombardements

Die Zahl der Luftangriffe hatte am Samstag noch einmal zugenommen, nachdem Russland und die USA eine Waffenruhe für das Bürgerkriegsland ausgehandelt hatten. Diese soll am Montagabend mit dem Beginn des muslimischen Opferfestes in Kraft treten.

Kernpunkt der Verhandlungen ist ein Ende der Luftangriffe durch das syrische Regime auf Rebellengruppen - mit Ausnahme der Terrormiliz Islamischer Staat.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Unangenehm für die Islamisten und ihre Unterstützer wenn sie plötzlich Farbe und sich zum Frieden bekennen müssen. Al-Arabiya hat gemeldet, dass die grösste Rebellengruppe Ahrar Al-Sham den Waffenstillstand nicht akzeptieren will. Nicht überraschend, denn das Ziel ist nicht der Frieden, sondern ein Kalifat und eine islamistische Terrorherrschaft. The New York Times: ISIS and other extremist movements across the region are enslaving, killing and uprooting Christians, with no aid in sight.
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  • Kommentar von Tamer Aboalenin (Tamer)
    Mit einem terror Regime wie Assad & Clan und Kriegsverbrecher wie Russland kann man NIE weder Waffenruhe noch Frieden erwarten. Das Abkommen Kerry/ Lavrov ist im Voraus zum Scheitern verurteilt, mehr Gewalt wird entflammen, mehr Kriegsverbrechen werden noch auftauchen und mehr Flüchtlinge werden nach Europa fliehen.
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    1. Antwort von Tobias Hofer (Tobias Hofer)
      Wer hat noch mal als erster zu den Waffen gegriffen? Und wer hat alle Verhandlungen platzen lassen, mit der absurden Forderung die Gegenseite davon auszuschliessen, von vornherein platzen lassen? Ein kleiner Tipp: Angestachelt und kräftig unterstützt wurden diese von Golfmonarchien, USA, Türkei, allen möglichen aber sicher nicht von Russland.
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    2. Antwort von Tamer Aboalenin (Tamer)
      @Hofer, Da müssen Sie die Chronik des Krieges wieder lesen, dann wissen Sie wer für die Vertreibung von 12 Millionen Syrer, sowie mehr als eine halbe Million Toten, und Hunderttausende Häftlinge zuständig ist, wer wirft das eigene Volk kit Fassbomben und Giftgas, und wer für Krieg zuständig ist. Wer glaubt, daß mit Assad Frieden und Demokratie geben würde, der irrt sich, und hat keine Ahnung was dort läuft.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Hauptursache für Kriege: Überbevölkerung und schwindende Ressourcen. Die grössten Herkunftsländer von Flüchtlingen und deren Bevölkerungsentwicklung: Syrien 1970: 6,4 Mio. - 2010: 20,4 Mio. Afghanistan 1970: 12,0 Mio. - 2010: 31,4 Mio. Somalia 1970: 3,6 Mio - 2010: 9,3 Mio. Sudan 1970: 14,7 Mio - 2010 50,1 Mio. Kongo 1970: 20,3 Mio. - 2010 66,0 Mio. Zum Vergleich: Schweiz 1970: 6.1 Mio. - 2010: 7,8 Mio. Deutschland 1970: 78,2, Mio. - 2010 82,3 Mio. Warum wird das eigentlich nie thematisiert?
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Weil es einen viel wichtigeren Faktor gibt für Krieg. Die reichen Länder auf der Erde leben auf Kosten der armen.
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    2. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Und das exponentielle Wachstum welches die reichen Länder benötigen? Was ist mit deren wachsenden Bedarf an Ressourcen? Wo liegen diese? Hauptursache für Krieg sei aber das Bevölkerungswachstum rel. armer Länder, in denen diese Ressourcen vorkommen? Woher die Waffen?
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