Blutige Offensive von Boko Haram

Der Norden Nigerias kommt nicht zur Ruhe. Die Islamisten von Boko Haram gehen dort weiter in die Offensive. Ziel der Attacken dieses Mal: mehrere Dörfer in einer abgelegenen Region. Die Zahl der Opfer ist bislang unklar.

Abgebranntes Dorf

Bildlegende: Der Terror von Boko Haram hört nicht auf. Seit Monaten werden regelmässig Dörfer überfallen. Hier: Gambaru im Mai 2014. Keystone

Die islamistische Terrororganisation Boko Haram hat im Norden Nigerias nach Angaben eines örtlichen Regierungsvertreters einen grosse Offensive durchgeführt. Dabei seien in dem westafrikanischen Land 16 Ortschaften angegriffen worden, sagte der Sicherheitsbeamte des Bundesstaates Borno. Die Katastrophenschutzbehörde bereite einen Hilfseinsatz vor.

Einen Bericht des britischen Senders BBC, wonach es womöglich bis zu 2000 Todesopfer geben solle, wies er zurück. Der Beamte, der wegen der kritischen Lage nicht namentlich genannt werden wollte, machte jedoch keine Angaben, wie viele Tote befürchtet würden. Offiziell war von «zahlreichen Opfern» die Rede.

Bewohner fliehen in den Tschad

Die Angriffe fanden offenbar bereits am Mittwoch in der Nähe der Stadt Baga statt. Da in der abgelegenen Region Telefone nur noch eingeschränkt funktionieren, dauert es häufig länger, bis es belastbare Nachrichten von dort gibt.

Boko Haram hatte Baga schon vor wenigen Tagen angegriffen, eine Militärbasis übernommen und grosse Teile der Stadt niedergebrannt. Rund 20'000 Menschen seien ins Nachbarland Tschad geflohen, berichteten örtliche Medien. 560 Menschen flohen auf eine Insel im Tschad-See, wo sie ohne Lebensmittelversorgung seien.

Die Terrororganisation will im Norden Nigerias und in den angrenzenden Gebieten Kameruns und des Tschad einen Gottesstaat errichten. Bei Anschlägen der Gruppe sind im ölreichen Nigeria allein im letzten Jahr Tausende Menschen getötet worden.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Ban Ki Moon ermahnt Boko Haram

    Aus Tagesschau vom 9.1.2015

    Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat im Norden Nigerias erneut ein Massaker angerichtet. Hunderte Menschen wurden getötet, mehrere Dörfer dem Erdboden gleichgemacht. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Islamisten aufgefordert, die Gewalt sofort einzustellen.