Blutige Proteste gegen Ex-Rebellen in Libyen

Ehemalige Anti-Gaddafi-Rebellen verlieren an Rückhalt in der Bevölkerung: Bei eskalierender Gewalt zwischen bewaffneten Milizen und ihren Kritikern sind in Libyens Hafenstadt Bengasi mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen.

Männer rennen oder kauern auf dem Boden

Bildlegende: Demonstranten vor der Kaserne einer Miliz gerieten ins Kreuzfeuer und suchten Deckung hinter Fahrzeugen. Reuters

Demonstranten hatten sich in Bengasi vor dem Hauptquartier einer örtlichen Miliz versammelt und deren Auflösung gefordert. Anschliessend kam es zu schweren Zusammenstössen. Laut der libyschen Nachrichtenagentur Lana ist die Zahl der Toten auf 31 gestiegen. Über 100 Menschen seien ausserdem verletzt worden.

Fahrzeuge und Menschen, im Hintergrund Rauchsäulen

Bildlegende: Die Proteste vor der Miliz-Kaserne eskalierten zu heftigen Gefechten, berichten Augenzeugen. Reuters

Dutzende teils bewaffnete Demonstranten hatten zuvor versucht, eine Brigade namens «Schutzschild Libyens» aus ihrer Kaserne zu vertreiben. Die Brigade besteht aus früheren Rebellen, die gegen die Führung von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi gekämpft hatten. Formal untersteht sie dem Verteidigungsministerium, das bei der Ausbildung von Armee und Polizei grosse Probleme hat und daher immer wieder auf die Brigade zurückgreift.

Die neue libysche Führung ist seit Monaten bemüht, die verschiedenen bewaffneten Gruppen und Milizen, die sich in dem Kampf gegen das Regime Gaddafis gebildet hatten, entweder zu entwaffnen oder in die Streitkräfte einzugliedern.

Video «Gefechte in Libyen (unkomm.)» abspielen

Gefechte in Libyen (unkomm.)

0:28 min, vom 10.6.2013