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International «Blutigster Tag seit Beginn des Krieges»

Seit Sonntagmorgen steht die Stadt Gaza unter massivem Beschuss der israelischen Armee. Dutzende Palästinenser kommen dabei ums Leben. «Die Menschen wissen nicht mehr, wohin sie noch fliehen sollen», sagt SRF-Korrespondent Pascal Weber.

Legende: Video Weitere Tote in Gaza abspielen. Laufzeit 0:57 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.07.2014.

Seit Sonntagmorgen steht die Stadt Gaza unter heftigem Beschuss der israelischen Armee. Mindestens 62 Menschen kamen dabei ums Leben. Tausende Palästinenser sind zu Fuss auf der Flucht.

Legende: Video Einschätzungen von SRF-Korrespondent Pascal Weber abspielen. Laufzeit 1:47 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.07.2014.

«Blutiges Symbol dieses Krieges»

«Die Bilder die wir heute gesehen haben, zeigen tausende Zivilisten, die auf der Flucht sind, hunderte von Zivilisten die verletzt sind und dutzende von Zivilisten die getötet worden sind», sagt SRF-Korrespondent Pascal Weber in Aschkelon gegenüber der «Tagesschau». Es sei der blutigste Tag seit Beginn des Krieges. «Was auch immer genau geschehen ist an diesem Ort und an diesem Tag. Er wird sich als blutiges Symbol dieses Krieges ins kollektive Gedächtnis einbrennen.»

Die Zahl der Toten in Gaza ist auf über 60 gestiegen. 400 weitere Menschen seien in dem Gaza-Viertel Sadschaija verletzt worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Krankenwagen konnten nur ungenügend in das Gebiet vordringen. Rettungskräfte sagten, offenbar seien viele Verletzte wegen der Angriffe eingekesselt.

Zweistündige Feuerpause gescheitert

Zwischenzeitlich wurde eine zweistündige Feuerpause in Gaza-Stadt vereinbart. Sie sollte dazu genutzt werden, um die Toten, die auf den Strassen liegen, zu bergen. Doch die Feuerpause ist nach einer knappen halben Stunde bereits wieder zusammengebrochen. Gemäss Angaben der israelischen Armee habe die Hamas die Waffenruhe gebrochen.

Derweil berichten Augenzeugen von dramatischen Szenen in hoffnungslos überfüllten Spitälern im Gazastreifen. Die israelische Offensive in dem blockierten Palästinensergebiet hat die ohnehin schwierige humanitäre Lage weiter verschärft. Palästinensische Ärzte beklagen einen Mangel an Medikamenten und Ausrüstung bei der Behandlung der vielen Opfer. Im zentralen Shifa-Spital in Gaza-Stadt wird regelmässig die Stromversorgung unterbrochen.

Seit Beginn der israelischen Militäroffensive am 8. Juli sollen mehr als 430 Palästinenser getötet und mehr als 3000 verletzt worden sein. Die Arabische Liga hat die Offensive als Kriegsverbrechen gegen Zivilisten bezeichnet.

55 Kommentare

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  • Kommentar von U.Fröhlich, Herisau
    Die Hamas-Regierung im Gazastreifen hat Anweisungen an die Aktivisten in den sozialen Medien gegeben: Nennt die Toten immer „unschuldige Zivilisten“; stellt keine Fotos von aus zivilen Bevölkerungszentren geschossenen Raketen ein. Hm, warum wohl? Der Friedenspartner: Fatahs „militärischer Zweig“, die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, prahlen damit, dass sie aus dem Gazastreifen Raketen nach Israel schossen – und das weiter tun werden.
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  • Kommentar von Christian Geosits, Zug
    Das Leben der einen ist nach der Reaktion der westlichen Politiker offensichtlich mehr wert als dasjenige der anderen. Bei Passagieren sind alle extrem schockiert. Bei übrigen Zivilisten und Rebellen hat man aber nicht mal ein müdes Achselzucken übrig. Schlimm diese Doppelmoral!
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    1. Antwort von Jason Hunter, Bern
      Merken Sie denn nicht das Europa seine eigenen Probleme hat? Und erwarten Sie keine Aktion von der UNO/NATO, die ist seit eh und je eine lahme Ente und kriegt nichts auf die Reihe, obwohl ihr Motto "Frieden und Sicherheit" lautet. Davon haben wir noch nichts, aber auch gar nichts gesehen! Erst müssen die europäischen Probleme in den Griff bekommen werden bevor man ausserhalb überhaupt Erfolg haben will. Wenn die Ukraine nicht zur Ruhe kommt, haben wir schnell einen dritten Weltkrieg!
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  • Kommentar von A. Baumann, Basel
    Die Hamas und ihre Freunde müssen halt einfach aufhören Raketen nach Israel zu schiessen (ein getöteter israelischer Zivilist war ein moslemischer Beduin ->20% der Bevölkerung in Israel sind Moslems..). Und wenn sie es doch nicht lassen können, dann sollen sie sich aus den zivilen Gebieten raushalten, aber das ist ja ihre einzige Waffe, Propaganda mit toten Zivilisten.. Islamisten scheren sich nicht um ihr eigenes Leben, wieso soll ihnen das anderer was Wert sein?
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