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International Böhmermann kritisiert Kanzlerin Merkel

Der deutsche Satiriker Jan Böhmermann kritisiert Kanzlerin Angela Merkel für ihr Verhalten nach der Veröffentlichung seines Schmähgedichts. «Die Bundeskanzlerin darf nicht wackeln, wenn es um die Meinungsfreiheit geht», sagt er.

Bislang hat sich Satiriker Jan Böhmermann, Verfasser des Schmähgedichts, nicht geäussert. Jetzt gab er gegenüber der Zeitung «Die Zeit» Auskunft: Die Kanzlerin dürfe nicht wackeln, wenn es um Meinungsfreiheit gehe. «Doch stattdessen hat sie mich filetiert, einem nervenkranken Despoten zum Tee serviert und einen deutschen Ai WeiWei aus mir gemacht», sagte er.

Böhmermann auf Twitter

Bundeskanzlerin Merkel.
Legende: Merkel hatte Böhmermanns Gedicht früh als bewusst verletzend bewertet. Später sagte sie dazu: «Das war ein Fehler.» Keystone

Der 35-Jährige hatte Ende März in seiner TV-Show ein Gedicht über den türkischen Präsidenten vorgelesen, das Formulierungen enthielt, die unter die Gürtellinie zielten. Erdogan stellte Strafantrag wegen Beleidigung.

Die türkische Regierung wandte sich mit dem Wunsch nach Strafverfolgung an die deutsche Regierung. Das deutsche Strafgesetzbuch enthält einen entsprechenden Paragrafen. Für die strafrechtlichen Ermittlungen muss die Regierung aber eine Ermächtigung erteilen. Das hat sie indessen getan. Ob effektiv ein Prozess eröffnet wird, steht noch nicht fest.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von S. Buso (bst)
    Je grösser die Empörung darüber, desto wahrer der Inhalt des Gedichts...und die Empörung ist riesig!
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  • Kommentar von Jonas Ammann (jonas.ammann)
    Ich bin mir bewusst, dass ich jetzt etwas sage, was ziemlich polarisiert. Wenn man von Meinungsfreiheit spricht, soll man dann wirklich alles sagen dürfen? Wirklich alles? Also auch einen anderen Menschen beleidigen? Soll jetzt plötzlich die Errungenschaft der Meinungsfreiheit eine Freikarte fürs Beleidigen sein? Versteht mich bitte nicht falsch: Ich bin kein Fan von Erdogan, aber aus diesem Böhmermann werde ich irgendwie auch nicht schlau.
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Sie liegen völlig richtig. Viele denken unter dem Deckmantel der so genannten Meinungsfreiheit sei alles erlaubt. Das ist eben nicht so! Immer mehr primitive Satiriker (u.a. auch dieser unmögliche Thiel) meinen, sie müssten ihren Senf dazu geben. Irgendwann fordert jeder die Satire ein, wenn er jemanden so richtig beschimpfen will. Dieser Böhmenmann sollte etwas leisere Töne anschlagen. Er ist nicht Opfer sondern Ursache, das vergessen diese Typen immer wieder!
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Auch ich teile Ihre Ansicht - das Schmähgedicht Böhmermanns ist verletzend und es polarisiert. Allerdings bin ich der Meinung, die Auseinandersetzung sollte in einem Zivilprozess (auf Anklage hin) geführt werden - und nicht durch einen altertümlichen "Majestätsbeleidigungsartikel", der Beleidigungen - je nach Zielperson - verschieden gewichtet, im Strafrecht (von Amtes wegen).
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    3. Antwort von Michael Räumelt (Wirtschaftskanzlei)
      J.Amman: Endlich jemand der es genau richtig auf den realen Punkt bringt und zu guter Letzt auch ein "Chapeau" an Herrn Bächler.
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  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    In letzter Zeit wird es chic, unliebsame Politiker auf unterstem Niveau zu verunglimpfen und das grossspurig Satire zu nennen. Ds schafft immerhin billige Publicity. Man mag von den Politikern denken, was man will, hier wurden Grenzen überschritten. Ich hoffe Herr Böhmermann + Co können dann auch herzlich lachen, wenn man behauptet, sie treiben es mit Tieren....
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