Boko Haram lässt Grossteil einer Geiselgruppe laufen

Anfang Januar waren sie von der Terrormiliz Boko Haram im Nordosten Nigerias entführt worden. Nun sind rund 190 Frauen, Männer und Kinder wieder frei – doch ein Teil der Verschleppten ist immer noch in der Hand der Islamisten.

Eine Frau mit Kopftuch hinter einem Gitter, an dem sie sich mit der rechten Hand festhällt.

Bildlegende: Mindestens 20 Opfer der islamistischen Gruppe sind noch immer in Gefangenschaft. Reuters

Die nigerianische Boko-Haram-Miliz hat rund 190 Gefangene freigelassen. Die Frauen, jungen Männer und Kinder waren Teil einer Gruppe, die die Islamisten vor drei Wochen verschleppt haben, wie ein Sprecher des Bundesstaates Yobe sagte.

Mindestens 20 der damals Entführten befänden sich immer noch in der Gewalt der Extremisten. Einige der freigelassenen Frauen sagten, sie seien von den Islamisten weggeschickt worden, weil sie sich geweigert hätten, nach deren Regeln zu leben.

Die Miliz ist wegen zahlreicher Gräueltaten gefürchtet und hat in den vergangenen Jahren vor allem junge Nigerianer verschleppt. Knaben wurden Sicherheitsexperten zufolge als Kämpfer zwangsrekrutiert, Mädchen in die Sexsklaverei gezwungen.

Die Gruppe kämpft für einen eigenen islamistischen Staat im Nordosten des Landes. Sie kontrolliert dort grosse Gebiete. Seit etwa einem Jahr verüben die Boko-Haram-Extremisten auch verstärkt Angriffe jenseits von Nigerias Grenzen.