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International Bombe vermutet: Briten und Iren stoppen Badeflieger in Ägypten

Ein Flugschreiber des in Ägypten abgestürzten Flugzeugs ist beschädigt. Laut den Ermittlern wird die Auswertung schwierig. Grossbritannien und Irland halten die Wahrscheinlichkeit eines Bombenanschlags inzwischen für so gross, dass Abflüge aus Scharm el Scheich verzögert werden.

Legende: Video Briten stoppen Flüge nach Scharm el Scheich abspielen. Laufzeit 0:59 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 05.11.2015.
Blich über en Trümmerfeld: Grosses weisses Trümmerteil im Vordergrund, hinten Gepäckstücke und weitere Trümmer
Legende: Schwierige Suche nach der Absturzursache: Laut den ägyptischen Ermittlern ist einer der Flugschreiber beschädigt. Reuters

Nach dem Absturz einer russischen Passagiermaschine hat Grossbritannien aus Sorge vor Anschlägen den Start von Flugzeugen im ägyptischen Scharm el Scheich gestoppt. Es werde am Mittwochabend keine weiteren Abflüge in Richtung Grossbritannien geben, teilte die Regierung mit.

Auch Irland liess vorerst keine Flugzeuge mehr von und nach Scharm el Scheich fliegen. Aus Deutschland wurden bis Mittwochabend keine Einschränkungen des Luftverkehrs bekannt.

«Reine Vorsichtsmassnahme»

Zunächst sollen britischen Experten die Sicherheitsvorkehrungen vor Ort überprüfen. Die Regierung geht davon aus, dass diese Kontrollen noch am Mittwoch erfolgen werden. «Wir betonen, dass es eine Vorsichtsmassnahme ist», teilte die britische Regierung mit. «Aber nachdem mehr Informationen vorliegen, machen wir uns Sorgen, dass das Flugzeug durchaus durch einen Sprengkörper zum Absturz gebracht worden sein kann.»

Flugschreiber beschädigt

Bis darüber mehr Klarheit herrscht, dürfte es allerdings noch einige Zeit dauern. Denn laut den ägyptischen Behörden ist einer der beiden Flugschreiber beschädigt. Deshalb werde man viel Arbeit investieren müssen, um die Daten auszuwerten, teilte das ägyptische Luftfahrtministerium mit. Aus der zweiten Black Box dagegen seien die Daten ausgelesen worden. Die Geräte sollen dabei helfen, den Hergang eines Flugzeugunglücks zu rekonstruieren.

Legende: Video Grossbritannen stoppt alle Flüge aus Sharm al-Sheikh abspielen. Laufzeit 1:06 Minuten.
Aus 10vor10 vom 04.11.2015.

Hinweise auf Explosion verdichten sich

Ein Ägypter mit Einblick in Untersuchungen der Behörden sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es sehe zunehmend danach aus, dass eine Explosion den Absturz verursacht habe. Allerdings sei nicht klar, ob diese durch eine Bombe oder Probleme im Zusammenhang mit dem Treibstoff oder dem Motor des Flugzeugs ausgelöst worden sei.

Ein russischer Luftfahrtvertreter sagte, zwei mögliche Absturzursachen würden derzeit in Betracht gezogen: zum einen ein technisches Versagen, zum anderen, dass sich ein bestimmter Gegenstand in dem Flugzeug befunden haben könnte.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen wurde das Flugzeug nicht von aussen getroffen. Auf der Sinai-Halbinsel rund um den Absturzort tobt ein Aufstand IS-naher Extremisten. Experten zweifeln aber, dass diese ein Flugzeug aus fast zehn Kilometern Höhe abschießen können. Dies, obwohl ein Ableger der Terrormiliz IS für den Absturz verantwortlich sein will.

Beim Absturz des russischen Flugzeugs in Ägypten waren am Samstag alle 224 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Der Airbus A321 der kleinen Gesellschaft Metrojet soll kurz nach dem Start vom Flughafen des Badeorts Scharm el Scheich fast aus Reiseflughöhe praktisch senkrecht zu Boden gestürzt sein.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Dass unsere Touristenflieger immer noch dort hin fliegen ist verantwortungslos. Ägypten hätte genügend Zeit gehabt, diesen Flughafen auf eine hohe Sicherheitsstufe zu bringen.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Ägypten ist ein Wirtschaftspartner von RU. Deshalb werden vermutlich auch allzu heftige Vorwürfe an EG bezüglich Sicherheit vermieden. Sollte man die Schuldigen finden und ist dies politisch zweckmässig, werden diese öffentlich zur Verantwortung gezogen. Sonst kann man das auch im Hintergrund regeln. Für EG ist das natürlich ein herber Schlag für den Tourismus, der einen erheblichen Teil der Staatseinnahmen generiert. EG befindet sich in einer schwierigen Lage und hofft auf Stabilität.
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    1. Antwort von N. Belg (Sinilga)
      Russland wird nicht wie EUSA das aus politischen Interessen verdecken. Russland steht wie immer auf unabhängige Untersuchung.
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    2. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Seit wann soll Russland auf unabhängige Untersuchungen stehen? Sie glauben doch nur, was sie selbst "herausfinden" und grundsätzlich sind nur ihre Schlussfolgerungen richtig. Ist bei den Amis nicht viel anders aber deren Propagandaschreiber sind irgendwie kreativer als sie.
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    3. Antwort von N. Belg (Sinilga)
      Wenn man lügt, muss man auch "kreativ" sein.
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  • Kommentar von Christa lohmann (Saleve2)
    Ein Beitrag der Angst macht. Ohne in Spekulationen zu fallen, ist doch klar, dass es ein Anschlag war. Wir werden in einen Kreis von Angst und Unsicherheit gedrängt, unsere Freiheit wird immer mehr eingeschränkt werden. Solche Anschläge können überall passieren, nicht nur im Flugbetrieb. Auch in Europa sind solche Gruppen unter uns. Und Angst ist der grösste Druck, den man auf den Menschen ausüben kann. Davor sind auch die grössten Optimisten nicht befreit, Angst gehört zur Psyche des Menschen.
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