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International Bombenanschläge in Damaskus

Bei einem Doppelanschlag in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind mindestens 60 Menschen getötet worden, wie die staatliche Nachrichtenagentur berichtet. Über 100 seien verletzt worden.

Legende: Video Bombenanschlag in Syrien abspielen. Laufzeit 0:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 31.01.2016.

Trotz angelaufener Friedensgespräche in Genf eskaliert die Gewalt in Syrien. Bei zwei Anschlägen im grössten Schiiten-Viertel nahe der Hauptstadt Damaskus sind mindestens 60 Menschen getötet worden. Etwa weitere 110 seien verletzt, teilte das syrische Innenministerium mit.

Nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Sana wurde zunächst eine Autobombe gezündet. In der sich danach ansammelnden Menschenmenge habe sich anschliessend ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Das staatliche Fernsehen zeigte Bilder von brennenden Gebäuden und zerfetzten Autos.

Hinweise auf IS

In einer zunächst nicht verifizierbaren Botschaft im Internet bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat zu der Tat. Darin wurden weitere Anschläge gegen Schiiten angekündigt. Auch für ähnliche Attentate in der Vergangenheit hatte der IS die Verantwortung übernommen.

Die Anschläge wurden im Stadtteil Sajeda Seinab verübt. Dort befindet sich der Schrein der Tochter des Mohammed-Cousins Ali ibn Abi Taleb, den die Schiiten als rechtmässigen Nachfolger des Propheten erachten.

Das Heiligtum ist eine Pilgerstätte für Schiiten aus aller Welt. Der Nachfolge-Streit ist der Grund für die Spaltung des Islam in Schiiten und Sunniten.

In den ersten Jahren des syrischen Bürgerkrieges war Sajeda Seinab Schauplatz heftiger Kämpfe. Diese liessen nach, seit die syrische Armee und Schiiten-Milizen unter Führung der libanesischen Hisbollah den Stadtteil absichern.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Peteg Mueller (Elbrus)
    Zuallererst mal zu den Fakten - betoffen war nicht Damaskus sondern Sayyidah Zaynab - das liegt immerhin 17 km ausserhalb Damaskus. Das wäre wie wenn man Männedorf als Zürich bezeichnen würde. Grossraum Damaskus wäre OK von der Bezeichnung her. Die Friedensverhandlungen dürften morgen sehr kurz werden. Diese Terroristen haben keinen Platz am Verhandlungstisch. Das sind nur noch Verzweiflungstaten eines geschlagenen IS - Russland hat mehr Flüge geflogen in einem Monat als die USA in 18 Monaten.
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    1. Antwort von u. Felber (Keule)
      na dann ist ja klar warum immer noch mehr Flüchtlinge kommen. Dann sagen wir doch mal den Russenfreunden herzlichst danke!
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Es geht bei diesem Kampf sunnitische Muslime gegen schiitische Muslime. Der Westen hat sich schon vor Jahrzehnten auf die Seite der Sunniten geschlagen, weil diese mehr Öl haben. Deshalb auch die seit Jahrzehnten stark geförderte Einwanderung von sunnitischen Muslimen nach Europa. Die Schiiten sind auf sich alleine gestellt. Die Sunniten werden auf lange Sicht gewinnen und sich im Jemen, Syrien, Lybien und im Irak alles einverleiben.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Der Daesh (IS) könnte zudem als Grossstaat dauerhaft bestehen bleiben. Im nächsten Schritt wird der Daesh/sunnitische Islam dann nach Israel, dem christlichen Teil Libanons und nach Europa greifen.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Die nichtsyrischen Assad-Gegner sind bestimmt keine Freunde des syrischen Volkes. Das ist jedoch das prinzipielle Problem fast aller von außen gesteuerten "Revolutionen". Verlierer sind die Völker dieser Länder. Denn meist immer haben es fremde Mächte auf irgendwelche Ressourcen abgesehen. die sie dem "befreiten" Staat entziehen. Später merken die "Befreiten", dass sie betrogen wurden. Doch dann ist der Schaden bereits riesengroß. Oft kopiert und immer wieder erfolgreich.
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