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International Bombenleger beschreibt angeblich Bruder als Triebfeder

Der mutmassliche Bombenleger von Boston kommt vor ein Zivilgericht und gilt damit nicht als feindlicher Kämpfer. Dem 19jährigen droht die Todesstrafe. Laut Medienberichten verneint er fremde Hilfe beim Attentat und nennt den erschossenen Bruder als treibende Kraft.

Auf dem Boden ist die Stelle markiert, an der eine Bombe explodiert war.
Legende: Eine der Explosionsstellen an der Boylston Street in Boston – insgesamt wurden über 260 Menschen verletzt. Keystone

Gegen den mutmasslichen Attentäter des Bombenanschlags von Boston, Dschochar Zarnajew, ist Anklage erhoben worden – wegen des Gebrauchs von
Massenvernichtungswaffen beim Marathon. Nach Regierungsangaben erhält er ein Zivilverfahren und wird nicht vor ein Militärgericht gestellt, wie das viele verlangt hatten.

Da er US-Bürger ist, kann er laut dem Weissen Haus nicht vor ein Militärgericht gestellt werden. «Er wird deshalb nicht als feindlicher Kämpfer behandelt», sagte der Sprecher. Damit hat Zarnajew das Recht zu schweigen und einen Anwalt zu seinem ersten Verhör beizuziehen.

Zarnajew war bei klarem Verstand

Richterin Marianne B. Bowler verlas am Krankenbett die Anklageschrift. Zarnajew soll für den Tod von drei Menschen und die Verletzungen von über 200 weiteren zur Verantwortung gezogen werden. Ihm droht bei einer Verurteilung die Todesstrafe. Der Prozess beginnt nach Angaben des Senders CNN voraussichtlich am 30. Mai.

Dschochar Zarnajew
Legende: Dschochar Zarnajew war in der Nacht zu Samstag in einem Bostoner Vorort entdeckt und festgenommen worden. Keystone

Während der Anklageverlesung sei Zarnajew «wach, mental aufnahmefähig und bei klarem Verstand» gewesen, gab die Richterin zu Protokoll. Auf die Frage, ob er in der Lage sei, einige Fragen zu beantworten, habe der Angeklagte deutlich genickt. Infolge seiner Verletzungen kann er nicht sprechen. Ein einziges Wort habe Zarnajew gesagt: ein «Nein» auf die Frage, ob er sich einen Anwalt leisten könne.

Details aus der ersten Befragung

Unterdessen sind verschiedene Details aus der Befragung durchgesickert. Die «New York Times» und der Sender CNN berichteten – unter Berufung auf anonyme Behördenvertreter – von folgenden Aussagen des 19jährigen: Er und sein Bruder handelten aus eigener Initiative, sein älterer Bruder war die treibende Kraft hinter den Anschlägen, sie waren von keiner internationalen Terrororganisation unterstützt worden, sie haben keine weiteren Anschläge geplant. Von offizieller Seite ist bisher keine der Angaben bestätigt worden.

Allerdings gaben zuvor Ermittler bekannt: Die mutmasslichen Bombenattentäter hätten womöglich noch weitere Anschläge geplant. Wie der Bostoner Polizeichef Ed Davis dem Sender CBS sagte, stellten die Beamten im Rahmen ihrer Verfolgung der beiden Brüder Tamerlan und Dschochar Zarnajew ein ganzes Arsenal hausgemachter Bomben und Materialien sicher.

260 verletzte Zuschauer

Beim Anschlag am vergangenen Montag waren drei Menschen getötet worden – unter ihnen ein achtjähriger Junge. Insgesamt wurden über 260 Zuschauer verletzt. Das Bostoner Gesundheitsamt korrigierte die Zahl von zunächst 180 Verletzten nach oben. Noch zwei Personen befänden sich in kritischem Zustand.

Am Montag wurde das erste der drei Todesopfer beigesetzt. Hunderte Trauergäste verabschiedeten sich von der 29jährigen Krystle Campbell in ihrer Heimatstadt Medford. Die Restaurantmanagerin war unter den Marathon-Zuschauern gewesen.

Legende: Video Anklage am Spitalbett abspielen. Laufzeit 2:29 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.04.2013.

Boston gedenkt der Opfer

Genau eine Woche nach dem Bombenanschlag von Boston haben die Bewohner des US-Bundesstaates Massachusetts in einer Schweigeminute der Opfer gedacht. Auf den Punkt um 14.50 Uhr (Ortszeit), dem Zeitpunkt der ersten Explosion, stand das Leben dort für eine Minute still.

Anschlag in Kanada vereitelt

Ermittler haben nach eigenen Angaben einen vom Terrornetzwerk Al-Kaida unterstützten Anschlag auf einen Passagierzug vereitelt. Zwei Verdächtige im Alter von 30 und 35 Jahren seien wegen der Planung eines Anschlags im Grossraum Toronto festgenommen worden.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Otto Würz, Winterthur
    Wenn man sich die ganzen Kommentare bei den Berichten zum Boston Attentat durchliest, wird einem ja Angst und Bange. Verschwörungsgläubigkeit scheint eine hochansteckende Krankheit zu sein. Schwer zu verstehen, warum solche kruden, realitätsfremden Vorstellungen voller Logikfehler so viel Verbreitung finden.
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    1. Antwort von Moritz Käser, Zürich
      Ihre Argumentation trieft ja von überzeugenden Begründungen, das grenzt schon beinahe an die offiziellen Versionen versch. Ereignisse. Wissen Sie, wieso die Menschen nicht mehr der offiziellen Version glauben? Weil genau diese Versionen "kruden, realitätsfremden Vorstellungen voller Logikfehler" - um es in ihren Worten zu beschreiben - enthalten und somit völlig unglaubwürdig sind. Viele Menschen merken langsam, dass sich die Wahrheit nicht aufhalten lässt und beginnen selber zu denken.
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    2. Antwort von Otto Würz, Winterthur
      @Herr Käser, 'alles anzweifeln' hat ziemlich wenig mit 'selber denken' zu tun. Wenn Leute monieren warum man den Angeklagten denn zuerst gesund pflegen müsse obwohl ihm doch die Todesstrafe droht, oder wenn jemand meint, das ganze wäre nur ein Vorwand, um Tschetschenien wegen seiner Bodenschätze militärisch anzugreifen...Bitte: es steht ihnen frei, sich solchen abstrusen Gedanken anzuschließen.
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    3. Antwort von Moritz Käser, Zürich
      @ Würz: ich habe nirgends behauptet, die Anschläge seien zu dem Zweck Tschetschenien anzugreifen, durchgeführt worden. Ich habe lediglich geschrieben, dass die Menschen der offiziellen Version misstrauen und auch anderere Tathergänge und Motive in Betracht ziehen. Und dies scheint mir ein sehr wichtiger Faktor zu sein, da die offiziellen Versionen zu grosse Lücken und Widersprüche enthalten. Was genau die Ziele der Anschläge und wer die Drahtzieher waren, weiss man bei 9/11 ja auch (noch) nicht.
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    4. Antwort von G.Glaubiger, Glarus
      @O.Würz/Weshalb Sie postulieren,dass"alles anzweifeln wenig"mit selber denken"zu tun hat,kann ich nicht nachvollziehen.Jeder offiziellen Version zu"vertrauen"ist sicherlich auch kein"Kraftakt"der Hirnzellen.Niemand hat gesagt,dass das offizielle Ziel nun sei,Tschetschenien militärisch anzugreifen.Aber um Stimmungsmache.Um ein weiteres Steinchen in einem dieser Intrigenspiele wie wir sie zur Genüge vorgeführt bekamen.Handelt es sich hier nun WIRKLICH um die TÄTER?Oder um Stimmungsmache gegen..?
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  • Kommentar von Unglaublich, Schweiz
    Ich glaube kein Wort davon. Das einzige was ich glaube ist das etwas passiert ist und dabei Menschen ums Leben kamen. Der Rest ist wie immer Shady wenn Dinge von dem Ausmass in Amerika geschehen. Anscheinend gibts nur dumme Terroristen die haufenweise Indizien hinterlassen um schnellstens gefunden zu werden.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Zuerst gesund pflegen und dann die Todesspritze - was soll das?
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    1. Antwort von G.Glaubiger, Glarus
      Ja,was soll das?Zuerst verletzen.Aug um Aug,bis die ganze Welt blind ist.Dann,wie Sie sagen,gesund"pflegen?"(Stirb langsam).Dann ein Verhör(weshalb eigentlich,er ist ja sowieso schuldig?).Der"Täter"wird ja wohl von hohen Schmerzmittel-Dosen und Narkosemittel abhängig sein.Möglicherweise bekommt er auch Psychopharmaka gespritzt und steht sicher,aufgrund der Umstände,unter Schock.Welchen Wert seine Aussagen unter diesen Bedingungen haben,ist mehr als fragwürdig.Eine Drama-Inszenierung!
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    2. Antwort von Igor Schneider, Basel
      Genau dasselbe habe ich mir beim durchlesen auch gedacht. Erst wird er für zehntausende von Dollar gesundgepflegt, um danach nochmals für zehntausende von Dollar abgemurkst zu werden. Dümmer und perverser geht’s ja wohl nicht. :/
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