Bootsflüchtlinge wagen zu Hunderten die gefährliche Fahrt

Noch keine 24 Stunden sind ins Land gezogen, seit Papst Franziskus der «Globalisierung der Gleichgültigkeit» den Kampf angesagt hat. Ungeachtet des kollektiven Mitgefühls sind allein heute wieder Hunderte Flüchtlinge auf maroden Booten vor Kreta, Malta und Lampedusa gelandet.

Marodes Gummischlauchboot mit vielen afrikanischen Passagieren.

Bildlegende: Die Boote, denen die mittellosen Flüchtlinge aus Afrika ihr Leben anvertrauen, sind oft nicht hochseetauglich. Keystone / archivbild

Die Boote sind oft in lausigem Zustand, dass sie den Weg übers Meer finden, ein Wunder. Für die Betroffenen muss es wie Hohn gewesen sein. Kaum einen Tag nach dem geschichtsträchtigen Besuch des Papstes auf Lampedusa haben die Küstenwachen Italiens, Griechenlands und Spaniens zahlreiche Flüchtlingsboote aufgebracht.

Auch Neugeborene in den Booten

Vor der Küste Kretas sind mehr als 100 Flüchtlinge an Bord eines Bootes in Not geraten. Die Menschen sandten ein Notsignal, als sie sich am frühen Dienstagmorgen etwa 30 Seemeilen südöstlich der Hafenstadt Ierapetra befanden. Ein vorbeifahrender Tanker nahm die Flüchtlinge auf.

Ein Offizier der Küstenwache sagte, über die Nationalität der Flüchtlinge könne vorerst noch nichts Gesagt werden. Es wird vermutet, dass sie aus Ägypten gestartet sind.

Nur die Spitze des Eisbergs

Gleichentags strandeten vor der spanischen Insel Malta und vor Lampedusa weitere Flüchtlingsboote. Vor Malta wurden 102 Flüchtlinge gerettet, darunter zwei Neugeborene, teilten die Behörden mit. Die Migranten gaben an, von der libyschen Küste aufgebrochen zu sein.

Das Boot vor Lampedusa enthielt eine Gruppe von 133 Migranten. Es sind nach Ansicht von Hilfsorganisationen noch weitere vier Boote auf dem Weg ins «goldene Europa».

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