Bradley Manning will künftig Chelsea heissen

Gerade erst wurde der Wikileaks-Informant zu 35 Jahren Haft verurteilt. Jetzt der Paukenschlag: Künftig will er als Frau leben.

In Zukunft will er Chelsea genannt werden, der Wikileaks-Informant, der hunderttausende geheime Dokumente an die Enthüllungswebseite Wikileaks geschickt hat. Gerade erste hatte ihn ein Militärgericht zu einer 35-jährigen Haftstrafe verurteilt.

Bradley Manning will also fortan als Frau leben. «Da ich in die nächste Phase meines Lebens übergehe, möchte ich, dass alle mein echtes Ich kennen», so Manning. «Ich bin Chelsea Manning, ich bin eine Frau.»

Manning stellte sich im Fernsehen als Transsexueller vor. Der 25-Jährige gab an, er sei zwar in einen männlichen Körper geboren worden, habe sich seit seiner Kindheit aber als Mädchen gefühlt.

Bald mit Umwandlung beginnen

So bald wie möglich wolle er eine Hormontherapie für eine Geschlechtsumwandlung beginnen. «Ich bitte auch, mich ab heute mit meinem neuen Namen anzureden und das weibliche Personalpronomen zu verwenden», sagte er. Nur Post für ihn ans Gefängnis solle wie bisher adressiert werden.

Ein Frauengefängnis wird Manning wohl aber vorerst nicht vergönnt sein. Nicht einmal die Post darf er auf seinen neuen Namen empfangen. Manning dürfte bei guter Führung in gut neun Jahren auf Bewährung freikommen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Bradley Edward Manning ist ein Angehöriger der Streitkräfte der Vereinigten Staaten, der im Mai 2010 unter dem Verdacht verhaftet wurde, Videos und Dokumente kopiert und als Whistleblower der Website Wikileak zugespielt zu haben.

    35 Jahre Gefängnis für Bradley Manning

    Aus Echo der Zeit vom 21.8.2013

    Die Anklage hatte 60 Jahre für den 25jährigen Mann gefordert, der vor drei Jahren Hunderttausende Geheimdokumente publik gemacht hatte. Die Verteidigung hatte um Milde gebeten. Die Strafe für den Wikileak-Informanten fällt damit geringer aus als von der Anklage gefordert.

    Beat Soltermann