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International Brandanschlag auf Asylunterkunft in Deutschland

Sachsen zeigt sich von der fremdenfeindlichen Seite. Nach den Protesten eines wütenden Mobs gegen Flüchtlinge in Clausnitz sorgt ein Brand in einem noch unbewohnten Flüchtlingsheim für negative Schlagzeilen.

Ausgebrannter Dachstock einer Flüchtlingsunterkunft.
Legende: Die ausländerfeindlichen Vorfälle mehren sich in Sachsen Keystone

Teilweise mit Freude haben Schaulustige laut der Polizei bei einem Feuer in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Bautzen (D) zugesehen. Einige behinderten sogar die Löscharbeiten. Während des Brandes mitten in einem Wohngebiet versammelten sich in der Nacht zu Sonntag nach Polizeiangaben schätzungsweise 20 bis 30 Menschen.

Teilweise seien die Gaffer angetrunken gewesen und hätten «abfällige Bemerkungen» gemacht oder «unverhohlene Freude» gezeigt, berichtete ein Polizeisprecher. Verletzt wurde beim Brand nach ersten Erkenntnissen niemand. Das Gebäude war zuletzt als Hotel genutzt worden und befindet sich im Umbau.

Politik verurteilt die Vorfälle

Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Das sagte der Leiter des für Extremismus zuständigen Operativen Abwehrzentrums (OAZ) der sächsischen Polizei und Leipziger Polizeipräsident Bernd Merbitz. Die Experten vor Ort fanden Spuren von Brandbeschleuniger im Gebäude. Einen Tatverdacht gebe es bisher nicht. Es werde in «jede Richtung» ermittelt, betonte Merbitz, der am Ort des Geschehens in Bautzen war.

Legende: Video Stellungnahme der Polizei zum Fall Clausnitz abspielen. Laufzeit 1:32 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 20.02.2016.

Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière verurteilt die Vorfälle von Clausnitz und Bautzen als «inakzeptabel». «In Deutschland darf jeder seine Ängste und Sorgen äussern – das gilt auch für politische Meinungen, die einem nicht gefallen», erklärte der CDU-Politiker am Sonntag. «Aber es gibt eine Schwelle des Anstands und des Rechts, die nicht überschritten werden darf – und bei den Geschehnissen in Sachsen wurden diese Schwellen deutlich überschritten.»

Die Polizei erteilte am Sonntag Platzverweise gegen drei Bautzener im Alter von 19 und 20 Jahren, die die Arbeit der Feuerwehr massiv behindert hätten. Da die beiden alkoholisierten 20-Jährigen laut Polizei Widerstand leisteten, wurden sie in Gewahrsam genommen.

88 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    @An NANNI & Co.: Sehe mich zu folgender Bemerkung veranlasst: Es gibt nun etliche hier, die krampfhaft versuchen die in Deutschland vorhandenen Misthaufen auszuspüren und mit den Fingern darauf zu zeigen. Dass Merkel im Jahre 2015 Europa bis heute ca. 1,2 Millionen abgenommen hat, wird geflissentlich verschwiegen oder, je nach fieser Einstellung, ebenso als deutscher Misthaufen angeprangert.
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    1. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Merkel hat gar nix abgenommen, sondern undemokratisch, ohne rücksprache eine Einladung ausgesprochen. Daraufhin haben unzählige erst den Koffer gepackt und sind jetzt noch unterwegs. Das soll ein Verdienst sein? Die Intergrationkosten und Clash der Kulturen muss diese Dame ja nicht mittragen. Sie hat in Paraguay sich schon mal eine Hazienda in der Nähe der Bush Familie gekauft. Ein Schelm der böses denkt.
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    2. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      sollte richtig heißen; 1,2 Millionen Flüchtlinge......
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    3. Antwort von Beatrice Fiechter (thea)
      Mutige Parteien und PolitikerInnen, wie auch Frau Merkel,die ja nie nur alleine bestimmen kann, finde ich bewundernswert. Ihr habt eine gute Bundeskanzlerin. Und niemand ist über alle Zweifel erhaben, denn Irren ist menschlich. Sehr oft müssen mutig Schritte getan werden und man weiss gerade soviel, dass die nächsten Schritt getan werden können.Das heutige Regieren ist sehr komplex u.sehr schwierig geworden: die W-Wirtschaft übt überall sehr viel Druck aus, all die weltweiten Probleme u. Not.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    4. Versuch, neben all den Ideologen, (die mehrfach und immer wieder behaupten, Europa ginge wegen ein paar extremen Idioten unter!), auch eine persönliche Meinung einzubringen: Warten wir erst einmal den Untersuchungs-Bericht aus Sachsen ab. Sollten wirklich Brandstifter mit Absicht Feuer gelegt haben, sollten die Täter hart bestraft werden. So kann man niemals ein europaweites, ernsthaftes Problem in der Volksmehrheit lösen (gegen die Völkerwanderung braucht es politische, effiziente Lösungen)!
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  • Kommentar von Beatrice Fiechter (thea)
    Fr. Helmers, wir leben "noch" in freien Ländern.So lange alle Parteien etw. sagen dürfen, werden nie alle gleicher Meinung sein:das ist d.Vielfalt der Politik, auch wenn es etwas anstrengt!Das in der Partei Meinungsfreiheit herrscht,finde ich positiv! Wichtig ist, dass man aufeinander hört u.reagiert!Aber die Politik ist durch Vielfalt auch etwas träger u. das Ruder schnell zu korrigieren,ist ungleich schwerer!Übrigens, hätte DE keine Offenheit gezeigt,hätte das viel grössere Wellen geschlagen!
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