Briten können strikte Bonus-Regeln nicht abwenden

Eine breite Mehrheit der EU-Staaten unterstützt den Kompromiss zur Begrenzung von Banker-Boni. Doch der britische Widerstand zeigt Wirkung: In den Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament sollen noch einige Änderungen erreicht werden.

Chefsessel

Bildlegende: Wie viel Boni soll die Chefetage verdienen? Über dies streitet sich die EU. Keystone

Die EU-Finanzminister wollen Grossbritannien im Streit über schärfere Regeln für Banker-Boni in letzter Sekunde noch eine Zustimmung ermöglichen. Es gebe zwar schon eine breite Mehrheit für den mit dem Parlament erzielten Kompromiss, erklärte der EU-Ratsvorsitzende Michael Noonan in Brüssel. Doch sollten die EU-Botschafter technische Details der Bonus-Grenzen mit dem Parlament noch zu Ende verhandeln.

Grossbritannien schloss sich als einziges Land dem Konsens nicht an, liess aber eine Hintertür für ein Einlenken offen. Eine Kampfabstimmung, die den britischen Schatzkanzler George Osborne demonstrativ ins Abseits gestellt hätte, vermieden die Finanzminister.

Monatelanges Ringen

Präsidentschaft und Parlament hatten vergangene Woche nach monatelangem Ringen beschlossen, dass Bonus-Zahlungen in der Regel nur noch so hoch sein dürfen wie das Grundgehalt.

Nur bei Zustimmung der Aktionäre wäre eine Vergütung in etwa doppelter Höhe möglich. Ein Viertel der Boni soll in längerfristigen Wertpapieren gewährt und verzögert ausgezahlt werden.

Für den Beschluss im Ministerrat ist eine so genannte qualifizierte Mehrheit nötig. Als Folge davon kann kein Land mit seinem Veto die Einigung verhindern.