Briten müssen Milliarden an Brüssel nachzahlen

Die Briten sind verärgert: Brüssel hat ihnen eine Milliarden-Rechnung geschickt – zum Nachzahlen. Das will man auf der Insel nicht einfach so hinnehmen.

Die Kalkulatoren der EU haben gerechnet – und präsentieren den Briten nun eine neue Rechnung: 2,1 Milliarden Euro müssen sie zusätzlich an Brüssel zahlen. In Grossbritannien lösten die Forderungen bei Premier David Cameron Empörung aus.

«Es ist vollkommen inakzeptabel, dass eine Rechnung über eine so grosse Summe innert so kurzer Zeit bezahlt werden soll», sagte Cameron. «Wir werden nicht sofort unser Scheckbuch herausholen und einen Scheck über zwei Milliarden Euro schreiben.»

«Es wird ein Dringlichkeitstreffen der Finanzminister geben um zu diskutieren, was da los ist», kündigte Cameron an. Bei den Zahlen handle es sich noch nicht um endgültige Summen. Er wolle aber wissen, wie sie errechnet worden seien, so Cameron.

Flaggen von Grossbritannien und EU.

Bildlegende: Die Briten klagen schon länger: Cameron will, wird er wiedergewählt, das Volk über einen EU-Austritt abstimmen lassen. Keystone

Noch mehr Druck für Cameron

Die Rechnung aus Brüssel bedeutet in London noch mehr Druck für Cameron, der ein gutes halbes Jahr vor den Parlamentswahlen gegen die EU-feindliche Ukip und EU-kritische Strömungen in den eigenen konservativen Reihen argumentieren muss.

Cameron hat für den Fall seiner Wiederwahl eine Volksabstimmung über einen EU-Austritt Grossbritanniens für 2017 versprochen. Davor will er die Bedingungen der britischen Mitgliedschaft mit Brüssel neu aushandeln, insbesondere die Regeln für die Zuwanderung aus anderen EU-Ländern.

Ukip-Chef Nigel Farage nannte die Nachzahlung am Freitag «einfach unverschämt». Cameron sei in einer sehr schwachen Position und könne nichts dagegen unternehmen. «Die EU ist wie ein durstiger Vampir, der sich vom Blut der britischen Steuerzahler ernährt», sagte Farage.

Cameron liefert sich mit der EU-Kommission immer wieder Konflikte um die Stellung Grossbritanniens in der EU.