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Britische Inseln betroffen «Ophelia» fordert drei Todesopfer in Irland

Legende: Audio Meteorologen raten, zuhause zu bleiben abspielen. Laufzeit 03:52 Minuten.
03:52 min, aus SRF 4 News aktuell vom 16.10.2017.
  • Der Sturm «Ophelia» hat für Chaos an der irischen Westküste gesorgt.
  • Drei Personen kamen bei Unfällen im Zusammenhang mit dem Sturm ums Leben.
  • Über 100'000 Menschen sind von der Stromversorgung abgeschnitten

Der Sturm «Ophelia» hat mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde die irische Küste erreicht. Wie die Polizei mitteilte wurde am Nachmittag ein Mann im Osten des Landes von einem Baum erschlagen, der auf sein Auto stürzte.

Zuvor war eine etwa 50-jährige Autofahrerin im Süden des Landes ebenfalls von einem umstürzenden Baum getötet worden. Ihre etwa 70 Jahre alte Beifahrerin wurde verletzt. Ein Mann Anfang 30 kam im Süden Irlands bei einem Unfall mit einer Motorsäge um. Er hatte versucht, einen umgestürzten Baum zu beseitigen, wie die Polizei mitteilte.

Tausende ohne Strom

Laut dem Energieunternehmen ESB Networks waren am Mittag etwa 120'000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Schulen und Behörden blieben geschlossen, Fährverbindungen wurden vorübergehend eingestellt und Patienten wurden aufgefordert, Arzttermine zu verschieben.

Der Flughafen in Dublin teilte mit, rund 130 Flüge seien gestrichen worden. Der Flughafen von Cork im Südwesten annullierte ebenfalls zahlreiche Flüge.

Irlands Ministerpräsident Leo Varadkar rief einen nationalen Krisenstab zusammen und kündigte den Einsatz der Streitkräfte in den Sturmgebieten an. «Bleiben Sie drinnen, bis der Sturm vorbeigezogen ist», sagte Varadkar bei einer Medienkonferenz in Dublin. «Es ist ein sehr gefährlicher Sturm. Als es zuletzt so einen heftigen Sturm gab, verloren elf Menschen ihr Leben.»

Warnung

«Die Wetterdienste in Irland warnen vor zerstörerischen Winden», erklärt Daniela Schmuki von SRF Meteo. «Am Morgen vor allem im Süden und Südwesten der Insel; am Nachmittag dann auch im Osten.» Es herrsche Verletzungsgefahr durch herumfliegende Gegenstände.

Auch für den Norden und Westen Grossbritanniens wird mit starken Winden gerechnet. In Küstennähe seien Stromausfällen und Überschwemmungen zu erwarten. Am Dienstag bewegt sich der Sturm dann bereits über der Nordsee, sagt Schmuki.

Erinnerungen an den «Great Storm»

«Ophelia» weckt bei vielen Bewohnern der Inseln Erinnerungen an den «Great Storm» (grossen Sturm), der am 16. Oktober 1987 über Grossbritannien fegte. Damals kamen 18 Menschen ums Leben.

Die Sturmsaison über dem Atlantik dauert noch bis Ende November. Drei schwere Hurrikane – «Harvey», «Irma» und «Maria» – verursachten zuletzt in der Karibik und an der US-Golfküste Milliardenschäden, zahlreiche Menschen kamen ums Leben.

Seltenes Phänomen

«Ophelia» war bis Sonntag noch ein Hurrikan, der sich in den Tropen entwickelt. Er zieht in Richtung Europa und hat sich über dem östlichen Atlantik zu einem aussertropischen Tief abgeschwächt. «Ophelia» bringt grosse Regenmengen mit sich. Vor Irlands Küste herrscht Windstärke 11 auf der 12-stelligen Skala.

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