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International Brüchige Waffenruhe in Ostukraine

Trotz einer von Kiew angekündigten Waffenruhe ist es im Osten der Ukraine zu Gefechten gekommen. Rebellen und Armee geben sich gegenseitig die Schuld.

Legende: Video Gefechte trotz Waffenruhe abspielen. Laufzeit 1:20 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.06.2014.

Nur wenige Stunden nach der von der Regierung ausgerufenen befristeten Waffenruhe ist es in der Ostukraine zu neuen Kämpfen zwischen der Armee und den prorussischen Separatisten gekommen.

Beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, sich nicht an die vom neuen Präsidenten Petro Poroschenko erklärte einwöchige Feuerpause zu halten.

In Kiew sagte ein Armeesprecher, zwei Posten an der Grenze zu Russland seien von Heckenschützen und mit Granatwerfern angegriffen worden. Dabei seien neun Soldaten verletzt worden.

Im Landesinneren seien weitere zwei Posten mit Maschinengewehren sowie Granatwerfern beschossen worden. Auch im Umland der Separatistenhochburg Slawjansk versuchten demnach die Rebellen, einen von der Armee gehaltenen Hügel zu stürmen.

Die Rebellen warfen dagegen der Regierung vor, sich nicht an ihren Waffenstillstand zu halten. Entweder würden die Truppen dem Präsidenten nicht Folge leisten oder Poroschenko lüge.

Die von Poroschenko am Freitag ausgerufene Feuerpause ist ein zentrales Element seines 15 Punkte umfassenden Friedensplans. Sie soll für eine Woche gelten und es den Separatisten ermöglichen, ihre Waffen niederzulegen und so einen Frieden einzuleiten.

Zu dem Friedensplan zählt auch eine Dezentralisierung der Macht und die Verabschiedung eines Verfassungszusatzes zum Schutz der russischen Sprache.
Im Gegenzug wird von den Separatisten die Räumung aller besetzten Regierungsgebäude gefordert und ihnen zugleich eine Amnestie angeboten.

Putin begrüsst Feuerpause

Kremlchef Wladimir Putin begrüsst die einseitige Feuerpause im erbitterten Ukraine-Konflikt, drängt aber auf einen Dialog der Kiewer Führung mit den Separatisten. «Ohne praktische Taten, die auf den Beginn eines Verhandlungsprozesses gerichtet sind, wird der Plan unrealistisch und nicht lebensfähig sein», betonte Putin.
Gleichzeitig ordnete der Kremlchef für zehntausende Soldaten von Westsibirien bis in die Wolgaregion Militärübungen an. Die Truppen des zentralen Militärbezirks seien in «volle Gefechtsbereitschaft versetzt» worden, zitierten russische Nachrichtenagenturen Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Barack Obama und Frankreichs Staatschef François Hollande hatten Putin am Freitagabend aufgefordert, die Soldaten von der Grenze zur Ukraine abzuziehen.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    @Waeden und Jaschko: Es ist zwar müssig, mit euch zu diskutieren - erst recht mit solchen, die einen Namen boshaft verzerren -, aber es gilt doch zwei Dinge klarzustellen: 1. Ich bin nicht russophob, aber ich habe etwas gegen die grossrussische Machtpolitik. 2. Es könnte bald eine gefährliche Kettenreaktion geben. Zuerst die Krim, jetzt die Ost-Ukraine - was kommt dann? Wie wird Russland reagieren, wenn dort selber mehrere Völker ihren eigenen Staat wollen? Auch mit Waffengewalt?
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Ein Staat Neues Russland - wohl mit Surschik als Amtssprache, weil auch die meisten Ost-Ukrainer ein Russisch mit starken ukr. Einflüssen sprechen? Zum Lachen, wenn die Lage dort nicht so ernst wäre. Ich sehe Parallelen zum Palästina-Konflikt: Auch die dort lebenden Araber wollen unter lautem Mediengetöse einen eigenen Staat, ohne von den Arabern rund herum wirklich ernst genommen zu werden. Ehrlich: Will und braucht Russland diesen Landesteil wirklich? Gross genug wäre es ja schon.
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    1. Antwort von c.jaschko, Bern
      Herr Stumpf - Mit sollchem Denken wird nur eine Sache ganz sicher herauskommen: Die Ukraine wird zerspallten in der Mitte und Sie werden den Krieg haben. Wieso sie gerne Ihre Landsleute in den Krieg senden wollen und nicht den Frieden suchen ist mir nicht ganz Klaar. Ist Ihnen wichtiger den Zorn rauszulassen und Ihre Landsleute in den sicheren Tot senden, wie vergeben und vergessen - Leben & Lebenlassen ? Meine Liebe sende ich an alle Menschen in der Ukraine - Sie alle, sind Opffer.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Immerhin zeigen sich die "Freiheitskämpfer", die ich noch bis gestern als vermummte Banditen bezeichnet habe, die die Zivilbevölkerung in Geiselhaft genommen haben und sich feige hinter Frauen und Kindern verstecken, jetzt ohne Gesichtsmasken. Das ist ein Zeichen dafür, dass sie sich sicherer als zuvor fühlen, aber auch dafür, dass sie bestimmt Hilfe von aussen bekommen, genauer von den Nachbarn im Osten. Es fällt auf, dass viele dieser "Freiheitskämpfer" Männer über 40 Jahre sind.
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    1. Antwort von S. Meier, Adliswil
      Herr Stump. Zum Glück sehen immer mehr Menschen, wo die eigentlichen Kriegstreiber sitzen. Da nützt auch eine Informationsblockade nichts. Ich persönlich will keine Amerikaner und keinen Putin, aber FRIEDEN.
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    2. Antwort von S. Meier, Adliswil
      @Juha Stump, Nachtrag. Trotzdem bin ich in der gegenwärtigen Situation froh ob der RF.
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