Brüssel sucht Lösungen für Mali

An einer internationalen Konferenz beraten Minister über die Zukunft des Landes. Malis Aussenminister hat die Welt um weitere Hilfe gebeten. Unterdessen haben französische und malische Truppen Unterstützung aus dem Tschad erhalten.

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Internationale Konferenz um Mali (Tagesschau, 5.2.2013)

0:43 min, vom 5.2.2013

«Wir hoffen, dass die internationale Gemeinschaft weiterhin mobilisiert bleibt.» Dies sagte Malis Aussenminister Tieman Hubert Coulibaly zum Auftakt der Konferenz in Brüssel.

Sein Land erwarte, dass die Streitkräfte finanziell unterstützt würden. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) und die Streitkräfte von Mali sind auf Geld angewiesen.

Die Ecowas-Truppe soll die Regierungstruppen im Kampf gegen dschihadistische Gruppen aus dem Norden des Landes unterstützen. Die EU-Mission soll Soldaten der malischen Armee ausbilden, sich aber nicht an Kampfhandlungen beteiligen.

Video ««Noch keien konkreten Entscheide erwaret» (Jonas Projer, Tagesschau, 5.2.2013)» abspielen

Jonas Projer, Korrespondent SRF in Brüssel (Tagesschau, 5.2.2013)

1:33 min, vom 5.2.2013

Die Vertreter von etwa 45 Staaten und Organisationen beraten in Brüssel über die Unterstützung des Militärs, vor allem aber über die notwendigen Schritte für eine politische Lösung.

Ziel ist ein stabiles Mali 

Konkrete Entscheide seien noch nicht zu erwarten, sagt SRF-Korrespondent Jonas Projer der «Tagesschau». «Es geht in erster Linie darum, nach vorne zu schauen: Wie kann man Mali dauerhaft stabilisieren. Auf militärischer und auf politischer Ebene.»

Die wichtigsten Anliegen der EU seien demokratische Wahlen. Sie stellt gemäss Projer auch in Aussicht, die 250 Millionen Euro eingefrorener Hilfsgelder wieder freizugeben.

Französische Truppen hatten am 11. Januar auf Bitte der Regierung in Bamako mit der Intervention in Mali begonnen. Die islamistischen Extremisten sind inzwischen vom französischen und malischen Militär aus den wichtigsten Städten des Nordens vertrieben worden.

Tschadische Truppen sichern Kidal

Die französischen und malischen Truppen haben massive Unterstützung aus dem Tschad erhalten: In die nordmalische Stadt Kidal sind nach französischen Angaben 1800 tschadische Soldaten eingezogen. Die Truppen sollten die ehemalige Islamisten-Hochburg sichern, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Soldaten gelten als erfahrene Wüstenkämpfer.

Die Franzosen seien weiterhin für die Kontrolle des Flughafens von Kidal zuständig. Die Stadt liegt 1500 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt. In der Region sollen auch sieben französische Geiseln festgehalten werden.

Gemeinsam mit der malischen und tschadischen Armee versuchen bereits seit Tagen, Kidal unter Kontrolle zu bringen. Dutzende Kampfflugzeuge bombardierten am Wochenende Trainings- und Versorgungszentren sowie Waffenlager rund um Kidal. Zuvor hatten die französischen Streitkräfte in kurzer Zeit die von den Islamisten kontrollierten Städte Gao und Timbuktu befreit.

Islamisten festgenommen

Die Polizei in Mali nahm derweil acht mutmassliche Islamisten fest. Die Männer seien östlich von Gao im Norden des Wüstenstaates von einer Patrouille gefasst worden und sollen Mitglieder der radikalen Gruppierungen AQMI (Al-Kaida im islamischen Maghreb), Mujao und Ansar Dine sein. Das sagte der Generalstaatsanwalt der Stadt Mopti im staatlichen Radio.

Islamisten in Paris gefasst

Die französischen Behörden haben im Grossraum Paris vier mutmassliche radikale Islamisten festgenommen. Nach Angaben aus Polizeikreisen werden die Männer verdächtigt, einem Netzwerk anzugehören, das islamistische Kämpfer in die Sahelzone entsendet.