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International Bürgermeisterwahlen: Ein Muslim für London?

In London wird heute ein neuer Bürgermeister gewählt. In Umfragen liegt Labour-Kandidat Sadiq Khan vor dem konservativen Zac Goldsmith. Khan könnte der erste muslimische Bürgermeister der Stadt werden.

Legende: Video London und seine Bürgermeisterkandidaten abspielen. Laufzeit 01:04 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.05.2016.

Die Londoner wählen am Donnerstag einen neuen Bürgermeister und erstmals könnte ein Muslim das Rennen um das Amt machen: In Umfragen liegt Labour-Kandidat Sadiq Khan vor dem Konservativen Zac Goldsmith.

Khan ist das Kind pakistanischer Einwanderer, der sich aus einer Arbeiterfamilie nach oben arbeitete. Im September 2015 gewann er die Nominierung als Bürgermeisterkandidat der Labour-Partei in einer Londoner Urwahl. Er versprach, Tausende neuer Wohnungen zu bauen, um den enormen Druck vom Immobilienmarkt der britischen Hauptstadt zu nehmen.

Die Ticketpreise des Londoner Nahverkehrs sollten für vier Jahre eingefroren werden. «Ich will der wirtschaftsfreundlichste Bürgermeister Londons werden», sagte Khan, der dem moderaten Flügel der Labour-Partei zugerechnet wird.

Mit Terrorbildern gegen Khan

Boris Johnson und Zac Goldsmith an einer Wahlkampfverantsaltung
Legende: Soll nach Wunsch der Konservativen den beliebten Boris Johnson (l.) ersetzen: Bürgermeisterkandidar Zac Goldsmith (r.) Reuters

Khans konservativer Herausforderer Zac Goldsmith, der aus einer Milliardärsfamilie stammt, veröffentlichte noch wenige Tage vor der Wahl einen Gastbeitrag in der Boulevardzeitung «Daily Mail», der mit dem Foto eines zerstörten Linienbusses von den Terroranschlägen 2005 in London bebildert war.

Sollte Khan gewählt werden, stünde die Stadt kurz vor einer Katastrophe, schrieb Goldsmith. Angesichts seiner Umfragewerte schien das wie ein verzweifelter Versuch, die öffentliche Meinung auf die Schnelle noch einmal zu beeinflussen. London, das acht Jahre mit dem konservativen Bürgermeister Boris Johnson hinter sich hat, wird zunehmend zur Labour-Hochburg.

Resultate zur Wahl sind nicht vor Freitagmorgen zu erwarten. Die Wahllokale haben bis 23.00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit geöffnet.

Regional- und Kommunalwahlen

In Schottland, Nordirland und Wales finden Regionalwahlen statt, in England werden mehrere Kommunalparlamente gewählt. Umfragen rechnen mit Verlusten für die Labour-Partei. Die Oppositionspartei war zuletzt durch umstrittene Hitler-Äusserungen einiger Mitglieder in die Schlagzeilen geraten. Die Wahllokale sind offen bis 23.00 Uhr MESZ.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Dietmar Pfahl (dpfahl)
    In der kanadischen Grossstadt Calgary (ueber 1 Mio Einwohner) regiert seit mehreren Jahren ein muslimischer Buergermeister (wurde bereits einmal wiedergewaehlt) obwohl die grosse Mehrheit der Einwohner nicht-muslimisch ist. In aufgeklaerten Gesellschaften scheint die Religionszugehoerigkeit eines Buergermeisters also kein Problem zu sein. Es waere schoen, wenn das in Europa endlich auch bald so waere.
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Alles klar wir sind so modern. Erdogan wird bestimmt auch von einem Müller ersetzt. Wird aber vermutlich noch 50 Jahre dauern in dem Sinne kann man London eine Weltstadt nennen. Wenn man Kosmopolit sein möcht dann müsste dies Vorbereitet sein in den Köpfen und das ist es weder in London und schon gar nicht in der muslimischen Welt. Nebst der religiösen Befangenheit leiden wir unter einer politisch-wirtschaftlichen die mindestens so gross ist.
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  • Kommentar von Kurt Meier (Kurt3)
    Stellen Sie sich vor , die Schlagzeile : neuer Stadtpräsident von Luzern Protestant ! Ja ,ja die Rechtsnationalen brauchen halt immer ein Feindbild . Ausländer und Flüchtling sind abgenutzt , jetzt ist Islam dran .
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Antrainierte Vorurteile zu überwinden ist etwas vom Schwierigsten. Khan ist sicher ein ganz schlimmer extremistischer Islamist und der Untergang Londons. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen.
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    2. Antwort von paul waber (sandokan)
      Vielleicht werden Sie nicht mehr auf die Welt kommen, aber unsere Nachkommen garantiert....
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    3. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      @ Waber:Ich muss nicht mehr auf die Welt kommen, ich bin schon da.Der letzte Krieg auf Schweizer Boden war unter Anderem ein Religionskrieg zwischen Protestanten und Katholiken. Das war vor nur 169 Jahren."Mischehen" waren bis vor kürzerer Zeit nur in den Städten ohne Folgen möglich und bedürfen bis heute der Zustimmung des Bischofs.Herr Kahn ist Britischer Staatsbürger.Wenn er demokratisch gewählt wird ist er gewählt.Oder wollen Sie Staatsbürger 1. 2. und 3. Klasse je nach Religion einführen?
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