Burmas Oppositionspartei öffnet sich

Die burmesische Oppositionspartei will Aung San Suu Kyi weiterhin an ihrer Spitze. Beim ersten Parteitag wurde sie von den Delegierten als Generalsekretärin in ihrem Amt bestätigt.

Aung Suu Kyi

Bildlegende: Aung Suu Kyi stand in Burma 15 Jahre unter Hausarrest. Keystone

Burmas Oppositionspartei NLD zieht mit Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi an der Spitze in die nächste Wahl 2015. Aung Suu Kyi wurde von den 120 Mitgliedern des NLD-Zentralkomitees einstimmig als Chefin gewählt. Bislang waren alle Würdenträger in der Partei nicht gewählt, sondern ernannt worden.

Doch Aung San Suu Kyi  ist laut Urs Morf – dem SRF Korrespondenten in Ostasien – parteiintern umstritten. «Sie hat eine gewisse Tendenz zur Eigenmächtigkeit. Manchmal ist sie nicht gerade offen für Kritik». Suu Kyi komme auch von der obersten Elite des Landes und habe deshalb keine grosse Ahnung, welche Alltagsprobleme die Burmesen haben, sagt Morf im «Echo der Zeit».

Partei öffnet sich

Die Partei wurde bisher von der alten Führungsriege geführt. Die Frage, die sich vor dem Kongress stellte, war, ob sich die Partei öffnen könne. Nun kann man sagen: Die Blutauffrischung hat begonnen. So ist beispielsweise die oberste Führungsspitze von 10 auf 15 Personen deutlich vergrössert worden. «Das ist für Südostasien richtig revolutionär. Neben Aung San Suu Kyi sitzen drei weitere Frauen in diesem Gremium. Auch ethnische Minderheiten wurden beteiligt», erklärt Morf weiter.

Die NLD wurde seit ihrer Gründung 1988 von den Militärmachthabern drangsaliert. Viele prominente Parteimitglieder waren in Haft. Suu Kyi stand 15 Jahre unter Hausarrest. Das Regime gab die Macht nach umstrittenen Wahlen 2010 ab. Die Regierung wird aber von der vom Militär gegründeten Partei USDP gestellt. 2015 sollen freie Wahlen stattfinden.

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Suu Kyi bleibt Generalsekretärin

0:54 min, aus Tagesschau am Mittag vom 10.3.2013