Bussen für Freier: Gesetz nimmt erste Hürde

Im Kampf gegen die Prostitution sollen in Frankreich künftig die Freier bestraft werden. Die Nationalversammlung verabschiedete den Hauptteil eines neuen Gesetzes, wonach denjenigen, die Prostituierte aufsuchen, Geldbussen von 1500 Euro drohen. Der definitive Beschluss folgt nächste Woche.

Frau von hinten, sie steht an einer Strassenlampe. Davor parken Autos.

Bildlegende: Künftig sollen in Frankreich nicht die Prostituierten, sondern die Freier zur Kasse gebeten werden. Keystone

Wiederholungstäter würden mit 3750 Euro bestraft. Über das gesamte Gesetz soll die Nationalversammlung am 4. Dezember abstimmen, anschliessend muss sich der Senat damit befassen.

Prostitution ist in Frankreich legal. Allerdings drohen Frauen bisher bis zu zwei Monate Haft oder 3750 Euro Strafe, wenn sie potenzielle Freier aktiv anwerben. Diese Bestimmung soll nun wegfallen.

Über das Gesetz hatte es in Frankreich heftige Debatten gegeben. Prostituiertenverbände hatten dagegen protestiert. Denn sie befürchten, dass damit das Gewerbe in den Untergrund abgedrängt und für die betroffenen Frauen noch gefährlicher würde.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Debatte in Frankreich: Wird käuflicher Sex strafbar?

    Aus Tagesschau vom 27.11.2013

    Wer für Sex bezahlt, macht sich strafbar. Frankreichs Politiker debattieren ab heute in der Nationalversammlung einen harten Kurs gegen Prostitution. Dagegen regt sich Widerstand von Prominenten aus Kunst und Kultur.