Cameron sucht ein besseres Europa

Grossbritannien bleibt ein Wackelkandidat in Sachen Europa. Premier Cameron kündigt eine Grundsatzrede an. Denn das Verhältnis zur EU bedarf aus seiner Sicht grundlegender Veränderungen.

Der britische Premierminister David Cameron will die Rolle seines Landes in der EU grundlegend verändern – aber keinen Austritt Grossbritanniens anstreben. «Wir werden den Prozess der Veränderung nutzen, um ein Europa zu finden, das besser zu uns passt», sagte Cameron dem britischen TV-Sender ITV.

«Es ist besser für uns, wenn wir in der EU bleiben», sagte Cameron. «Aber ich bin nicht mit jedem Aspekt glücklich, und die Bevölkerung ist es auch nicht.»

Cameron von der Seite.

Bildlegende: Der britische Premier Cameron zeigt sich immer wie mehr skeptischer zur EU. Keystone

Nächste Woche will Cameron eine Grundsatzrede zur britischen Rolle in der EU halten. Laut Downing Street hatte er am Wochenende mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel telefoniert und sie über seine Sichtweise informiert. Auch mit Frankreichs Präsident François Hollande hatte Cameron gesprochen.

Hinsichtlich eines Volksentscheids über den Verbleib Grossbritanniens in der EU ruderte Cameron zurück. Er halte ein Referendum, bei dem nur die Frage nach Austritt oder Verbleib gestellt werde, für die falsche Wahl. Allerdings sollte es ein Referendum geben, wenn grundlegende Veränderungen ausgehandelt werden. Cameron hatte zuvor wiederholt erklärt, er wolle Befugnisse zurückholen, die über die Jahre von London nach Brüssel gewandert seien.