Cameron will Steuerschlupflöcher stopfen

An der Londoner 10 Downing Street soll der Kampf gegen Steuerhinterzieher verschärft werden. Vor allem Grosskonzerne sollen zur Kasse gebeten werden.

Cameron die Arme ausbreitend.

Bildlegende: Der britische Premier David Cameron will am G8-Gipfel die Besteuerung von Grosskonzernen zum Thema machen. Keystone

Der britische Premierminister David Cameron macht weiter Druck im Kampf gegen Steuerschlupflöcher für Grosskonzerne. In einem Interview der Zeitung «The Guardian» kündigte Cameron ein Ende der «aggressiven» Steuervermeidung an, durch die dem Fiskus Millionen an möglichen Steuereinnahmen entgehen.

Seine Regierung wolle ein neues Zentralregister einführen, in dem die eigentlichen Besitzer von undurchsichtigen Nebenfirmen eingetragen werden. Der konservative Regierungschef versprach ein Ende der Ära von «verschwiegenen Firmen an verschwiegenen Orten» an.

Die Steueroasen auszutrocknen ist kein einfaches Unterfangen – denn viele der karibischen Fluchtorte sind britische Überseeterritorien. Cameron hat die Spitzenpolitiker von zehn solcher Steuerparadiesen nach London zum Gespräch geladen.

SRF-Korrespondent Martin Alioth weiss: «Die Zehn haben sich verpflichtet, einem geltenden OECD-Abkommen zum automatischen Informationsaustausch und zur Rechtshilfe bei Steuerfragen beizutreten.»


Gegen Schattenfirmen auf Sonneninseln

4:53 min, aus Echo der Zeit vom 15.06.2013

Beim G8-Gipfel unter britischer Präsidentschaft wollen die sieben führenden westlichen Industriestaaten und Russland (G8) am Montag und Dienstag in Nordirland gemeinsame Standards zur Besteuerung internationaler Konzerne ausloten.

Neue Steueroasen- Daten im Web

Das Enthüllungsnetzwerk ICIJ stellte derweil Namen und Daten von mehr als 100'000 Treuhandgesellschaften und Firmen in Steueroasen ins Internet. Die Daten stammen aus dem Projekt Offshore Leaks, das die Debatte über den Umgang mit Steueroasen neu entfacht hat.