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International Camerons «Go Home»-Kampagne unter Rassismus-Verdacht

Wegen ihrem Werbefeldzug gegen illegale Einwanderer bekommt die konservative britische Regierung Ärger. Die Werbe-Regulierungsbehörde leitete eine Untersuchung ein.

Der Bus mit der Werbung gegen illegale Einwanderer.
Legende: Das Innenministerium hat die sogenannten «Rassismus-Vans» inzwischen aus derm Verkehr gezogen. Keystone

Der Schuss ging nach hinten los: Das britische Innenministerium wollte mit ihrer Drohkampagne gegen illegale Einwanderer punkten. Doch nach 60 Beschwerden wurde eine Untersuchung wegen der Aktion eingeleitet, wie ein Sprecher der Werbe-Regulierungsbehörde Asa mitteilte.

Die Phrase «Go Home» (Geh heim) werde als «beleidigend und verantwortungslos» empfunden, weil sie an Slogans rassistischer Gruppierungen in Grossbritannien erinnere.

Das Innenministerium hatte Kleinbusse durch Londoner Stadtviertel mit hohem Einwandereranteil geschickt. Bebildert waren sie mit der Zahlenangabe, wie viele Festnahmen es in dem Bezirk schon gegeben hat. Daneben hiess es: «In the UK illegally? Go home or face arrest» («Illegal in Grossbritannien? Geh heim oder rechne mit einer Festnahme»). Wer sich zur Zielgruppe zählte, sollte eine SMS mit dem Wort «home» schicken.

Die «Rassismus-Van» getauften Kleinbusse fahren nun nicht mehr. Die Kampagne wird aber mit Handzetteln und Inseraten fortgesetzt.

«Der billigste Weg»

Ein Sprecher des konservativen Premierministers David Cameron verteidigte die Aktion letzte Woche: Illegal eingewanderten Menschen zu helfen, das Land freiwillig zu verlassen, sei der billigste Weg, damit es weniger würden. Und die Kampagne habe schon gewirkt, so der Sprecher.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Cameron täte gut daran, massiv dafür einzustehen, dass England aus der EU austritt, was die vereinigten Linken z.B. aus der Europ. Menschenrechtskonvention gemacht haben, sprengt jede Vorstellung. Kein Mensch ist illegal, zumindest ausser Blocher und Co., Jeder hat das Recht, sich dort niederzulassen, wo Milch und Honig fliessen, wer dagegen eintritt, ist ein Rassist und gehört bestraft. Die Linke sind die Netten, alle anderen gehören eigentlich an die Wand gestellt, oder zumindest ausgebürgert.
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  • Kommentar von S. Müller, Zürich
    Wer im Zug als (legal hier lebender) Ausländer schonmal hören musste: "Du gehörst nicht hierher, geh heim", ist auf dem Ohr verständlicherweise empfindlich. Der Satz ist nicht so neutral, wie manche behaupten. Er schlägt wieder in dieselbe Kerbe: Ausländer sind hier nicht willkommen. Offiziell gesagt nur die illegalen, aber es ist klar, dass es sich unterschwellig an alle richtet und zeigt die Haltung der Schreiber recht deutlich.
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    1. Antwort von FaZ, Zürich
      Einziger vernünftiger Kommentar hier! Auch wenn ich finde, dass der mediale Aufschrei wieder mal völlig übertrieben ist und das ganze leider nur als politische Angriffsfläche der Gegner genutzt wird. Ich bezweifle, dass denen das ethische Fehlverhalten der Konservativen an sich wirklich viel bedeutet...
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  • Kommentar von h. anni, zürich
    "Der Schuss ging nach hinten los". So ein Blödsinn! Dieser Schuss hat voll gesessen, denn nun kennt man praktisch gratis die Kampagne in ganz GB und auch anderswo. Diese Wirkung kennen vor allem die Linken, je mehr man präsent ist in den Medien, desto weniger wir das Werbebudget der Partei belastet. Das kennen wir hier schon zur Genüge, darin sind rot/grün etc. nämlich Weltmeister. Mein Sohn studierte im Nebenfach Publizistik, er hörte auf mit den Worten: Ma, das sind alles Linke, ich verzichte
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Der grösste politische Sponsor ist immer noch der Blocher mit seinen Messerstecher und schwarze Schafe Plakate und dem Extrablatt. Allerdings ging der Schuss auch nach hinten los bei der SVP-Initiative zur Volkswahl des Bundesrates.
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    2. Antwort von h. anni, zürich
      @Planta Wusste ich es doch, dass sie es nicht lassen können :) Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit erwähnen sie Herr Blocher. Der hat hier nichts zu suchen. Von Werbung und deren Wirkung haben sie keine Ahnung, sonst hätten sie nicht geschrieben: "...der Schuss AUCH nach hinten los". Ich sage es nochmals, die Werbefritzen in GB wussten genau was sie taten und was passieren würde. Ziel erreicht, alles super und nach Plan gelaufen. Die Psyche des Menschen ist so einfach zu manipulieren
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    3. Antwort von Albert Planta, Chur
      h. anni, zürich Es kann schon sein dass ich nichts von Werbung verstehe: Kommt Werbung im TV, dann zappe ich weg, Extrablätter und Printwerbung wandern ungelesen in den Papierkorb. Ums so lieber habe ich NEWS - nichts ist spannender als News.
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    4. Antwort von h. anni, zürich
      @Planta Richtig, nichts ist spannender als News, aber je nachdem wie die News formuliert und dargestellt (zensuriert z.B.) werden, kann aus good-news, bad-news werden. Auch hier volle Manipulation. Wenn z.B. sie und ich über dasselbe politische Thema zu schreiben hätten, wäre das wie Tag und Nacht. Wer von uns Beiden "gewinnen" würde, hängt davon ab, wer mit subtil gewählten Worten die Psyche der Menschen besser manipulieren kann. So einfach ist das.
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    5. Antwort von Albert Planta, Chur
      h. anni, zürich: Volle Manipulation gibt es bei ultrarechten und ultralinken Medien. Die Leute, die diese konsumieren wollen manipuliert, d.h. in ihrer Meinung bestärkt werden. Hingegen das SRF muss das ganze Land bedienen. Wäre das SRF rechts oder links angehaucht, würde bald dagegen massiv oponiert werden. Natürlich hätten die heute erstarkten Rechtsnationalen lieber ein gegenüber rechtsnationalen Werten freundlicher gesinntes SRF. Aber wollen dies die 74% SVP-Nichtwähler auch?
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