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Wahl in Hongkong Carrie Lam ist neue Regierungschefin

Vor dem Kongresszentrum in Hongkong protestieren die Menschen gegen das Wahlverfahren.
Legende: Hunderte prodemokratische Demonstranten wehren sich gegen das umstrittene Wahlsystem Hongkongs. ZVG
  • Carrie Lam ist die neue Regierungschefin der Sonderverwaltungsregion Hongkong.
  • Die Wahl wurde überschattet von prodemokratischen Demonstrationen.
  • Das Verfahren ist umstritten, weil nicht die Hongkonger Bevölkerung, sondern ein Peking-freundliches Wahlgremium über die neue Regierungschefin bestimmt.

Überschattet von Protesten hat in Hongkong ein Peking-freundliches Wahlkomitee die bisherige Verwaltungschefin Carrie Lam zur neuen Regierungschefin der Sonderverwaltungsregion Chinas gemacht. Die 59-jährige Wunschkandidatin Pekings erhielt am Sonntag mit mehr als 600 Stimmen erwartungsgemäss die Mehrheit, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Wahl gilt als «Schwindel»

Polizisten in Leuchtwesten drängen die Demonstranten zurück.
Legende: Polizisten sicherten das Kongresszentrum vor den wütenden Demonstranten. ZVG

Die Wahl ist umstritten: Denn bestimmen darf nicht die Hongkonger Bevölkerung, sondern ein Peking-freundliches Wahlgremium. Nicht alle wollen sich das gefallen lassen. Anhänger der oppositionellen Regenschirm-Bewegung veranstalteten ihre eigene Wahl. Hunderte prodemokratischer Demonstranten mit dem Studentenführer Joshua Wong an der Spitze durchbrachen eine Polizeisperre.

Sie wurden aber schliesslich von einer Kette von Sicherheitskräften vor dem Kongresszentrum aufgehalten. Es gab ein heftiges Gerangel zwischen Demonstranten und Polizisten. Auf Plakaten beklagten die Aktivisten «Wahlschwindel» und riefen: «Wir wollen allgemeines Wahlrecht.»

China: Ein Land, zwei Systeme

Die frühere britische Kronkolonie Hongkong gehört seit knapp 20 Jahren als Sonderverwaltungsregion zur Volksrepublik China. Die Wirtschafts- und Finanzmetropole wird seit der Rückgabe am 1. Juli 1997 nach dem Grundsatz «ein Land, zwei Systeme» regiert.

Vor dem Kongresszentrum in Hongkong protestieren die Menschen gegen das Wahlverfahren.
Legende: Hunderte prodemokratische Demonstranten wehren sich gegen das umstrittene Wahlsystem Hongkongs. ZVG

Hongkong hat eine eigene Währung und ist Mitglied internationaler Organisationen. China übernimmt die Aussen- und Verteidigungspolitik. Allerdings erlaubt die kommunistische Führung in Peking immer noch keine freien Wahlen, obwohl diese in Aussicht gestellt worden waren.

3 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    "Anhänger der oppositionellen Regenschirm-Bewegung veranstalteten ihre eigene Wahl." Das zeigt, dass die Seilschaften der Farbrevolutionen, um George Soros, hier auch mit von der Partie sind. Mittlerweile haben die Chinesen offenbar dazugelernt und mischen im internationalen Macht Poker genauso mit. Die "einzige Weltmacht" USA (nach eigener Aussage) hat mächtige Konkurrenz bekommen. Das Wort "Demokratie" wird heute missbraucht - von allen Seiten.
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Wenn man nicht rein ideologisch berichten will, sollte man schon betonen, dass in einer Stadt mit über 8 Millionen Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte höher als Zürich gerade mal ein paar hundert Menschen von den Anti-Peking Kräften mobilisiert werden konnten, und das trotz finanzieller, logistischer und ideologischer Unterstützung, welche der Herr Wong von den USA erhält. Das bedeutet doch, dass die Hongkonger grossmehrheitlich für das aktuelle System sind.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Aus rein demokratischer Sicht heraus sind Wahlen und Abstimmungen sehr fragwürdig, so diese nur durch und von handverlesenen Teilnehmern erfolgt. Auch die Wuenschen einzelner nach erhöhtem Stimmgewichtung, kommt einem Wahl- oder Abstimmungsbetrug sehr nahe. Wie das System in Hong-Kong gelagert ist, können wir leider nicht abschliessend beurteilen und bewerten. Gewisse "unangenehme Fragen" drängen sich aber leider auf.
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