Chaos und Gewalt in Nordirland

Erneut haben sich in Belfast pro-britische Loyalisten und pro-irische Nationallisten Strassenschlachten geliefert. Mit ihren «Waffen» nehmen sie einiges in Kauf. Feuerwerkskörper und Steine fliegen jeweils durch die Luft. Die Polizei scheint machtlos und kommt zwischen die Fronten.

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Strassenschlachten in Belfast (Tagesschau, 12.2.2013)

0:31 min, aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 12.1.2013

Viele Menschen in Belfast sind wegen dem Flaggen-Entscheid vor sechs Wochen zornig. Die Stadt hatte entschieden, die britische Flagge auf dem Rathaus nur noch an wenigen Tagen zu hissen – und nicht mehr täglich. Die Politiker haben damit Öl ins Feuer der pro-britischen Loyalisten gegossen.

Seither geraten die Loyalisten und pro-irischen Nationallisten fast täglich aneinander. So auch vergangene Nacht wieder. Zunächst hatten 1000 Loyalisten friedlich vor dem Belfaster Rathaus demonstriert. Anschliessend kam es in einem anderen Stadtteil zu offener Gewalt zwischen den verfeindeten Gruppen.

Polizei gerät zwischen die Fronten

Die Polizisten gingen dazwischen und wurden mit Feuerwerkskörpern, Steinen und anderen Wurfgeschossen attackiert. Die Beamten reagierten mit Gummigeschossen und setzen Wasserwerfer ein.

29 Polizisten wurden bei der erneuten Gewalteskalation verletzt. Vier von ihnen mussten im Spital behandelt werden. Für Polizeichef Matt Baggott ist klar: Die Demonstranten nehmen das Chaos und die Gewalt in Kauf. «Das war ein schwieriger Einsatz», so Baggott.