«Charlie Hebdo»: Fahndung im Norden Frankreichs

Nach dem Anschlag auf «Charlie Hebdo» in Paris läuft die Fahnung nach den Attentätern auf Hochtouren. Einer der drei Verdächtigen hat sich gestellt. Insgesamt verhört die Polizei sieben mögliche Zeugen. Die mutmasslichen Täter Chérif und Said K. sind offenbar im Norden Frankreichs gesichtet worden.

Nach den Anschlägen auf «Charlie Hebdo»

  • Nach dem Anschlag auf «Charlie Hebdo» läuft die Fahndung nach den mutmasslichen Tätern.
  • Die Ermittler konzentrieren sich vor allem auf den Norden Frankreichs.
  • Die Macher von «Charlie Hebdo» wollen weitermachen und kündigen eine neue Ausgabe für nächste Woche an.
  • Um 12 Uhr fanden in ganz Frankreich Schweigeminuten für die Opfer des Anschlags auf «Charlie Hebdo» statt.
Der Ticker ist abgeschlossen.
  • 20 :50

    Die Suche nach den mutmasslichen Täter erweist sich als schwierig, wie SRF-Sonderkorrespondent Urs Wiedmer in der «Tagesschau» erklärt. Das Suchgebiet ist sehr weitläufig, die Bemühungen seien aber sehr gross. Über die Herkunft der mutmasslichen Täter weiss man aber nichts genaues, erklärt Wiedmer weiter. Klar sei, dass einer der gesuchten Täter versuchte, Dschihadisten anzuwerben.

    Mit diesem Eintrag verabschieden wir uns. Weiterhin aktuell informiert bleiben Sie auf srf.ch/news.

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    Einschätzung von Urs Wiedmer

    3:04 min, vom 8.1.2015

  • 20 :40

    Am Sonntag soll in Paris ein internationales Treffen zum Kampf gegen den Terrorismus stattfinden. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, er habe seine Amtskollegen «der am meisten vom Terrorismus betroffenen europäischen Länder» ebenso eingeladen wie US-Justizminister Eric Holder und den US-Minister für innere Sicherheit Jeh Johnson.

    An dem Treffen sollten auch EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos und der EU-Koordinator für den Kampf gegen Terrorismus, Gilles de Kerchove, teilnehmen.

    Geplant sei ein «Austausch über die gemeinsame Herausforderung, die die Terroristen für uns bedeuten», sagte Cazeneuve. Notwendig im Kampf gegen den Terrorismus sei ein gemeinsames Vorgehen «in der Europäischen Union und darüber hinaus».

  • 19 :44

    Die französische Polizei nimmt neun Verdächtige aus dem Umfeld der Attentäter fest. Das gab Innenminister Bernard Cazeneuve bekannt. Am Morgen waren es laut Medienberichten erst sieben gewesen.

    Die Polizei sucht weiter als Hauptverdächtige die beiden Brüder Chérif (32) und Said K. (34). Der nach dem Anschlag ebenfalls gesuchte 18 Jahre alte Schwager der beiden Brüder hatte sich am Mittwochabend der Polizei gestellt.

  • 19 :39

    Auch heute gehen in Paris tausende Menschen gegen den Terror auf die Strasse. Sie versammelten sich am frühen Abend zu einem stummen Protest gegen den Anschlag auf «Charlie Hebdo». Auf den riesigen Platz der Republik, nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt, strömten mehr und mehr Menschen.

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    Solidaritätskundgebung in Neuenburg

    0:29 min, vom 8.1.2015

  • 19 :25

    Am Tag nach dem Attentat ebbt die Solidaritätswelle nicht ab. Hunderte Menschen versammelten sich an verschiedenen Orten in der Schweiz in Gedenken an die Opfer.

    In Zürich kamen rund 600 Personen am Abend auf den Bürkliplatz, um ein Zeichen zu setzen für die Pressefreiheit. Zur Gedenkkundgebung hatten die Gewerkschaft Syndicom, der Verband Junge Journalisten Schweiz und Reporter ohne Grenzen aufgerufen.

    Ein Zeichen für Meinungsfreiheit setzten Schweizer Radiosender auf ihre Weise, indem sie um 12 Uhr ihr Programm unterbrachen und für eine Minute schwiegen. Der Idee von Radio 1 hatten sich Planet 105, Radio Top und Top Two angeschlossen.

    Die Medienschaffenden zeigten sich schockiert und tief betroffen von den Ereignissen in Paris. «Wir stehen auf – und zusammen. Für eine offene Gesellschaft, welche sich durch die Bluttat nicht vom Weg abbringen lässt», heisst es in dem Aufruf.

    Eine Person zündet eine Fackel an.

    Bildlegende: Bei der Kundgebung am Bürkliplatz wurden zahlreiche Fackeln angezündet. SRF/Marguerite Meyer

  • 18 :58

    Die Suche dauert an

    In diesen Ortschaften in den Departements Oise und Aisne im Norden Frankreichs durchkämmt die Polizei die Häuser auf der Suche nach den beiden Attentätern. Bisher allerdings erfolglos.

    Karte

    Bildlegende: . twitter/lemonde

  • 18 :31

    Suche geht im Wald weiter

    Wie ein Journalist der französischen Zeitung «Le Monde» berichtet, verschiebt sich die Jagd nach den Attentätern in ein Waldstück bei Longpont. Alle Zugänge zum Wald seien abgeriegelt worden.

  • 18 :17

    Verstärkte Polizeipräsenz in Genf

    Nach dem Attentat auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo hat die Genfer Kantonspolizei das Sicherheitsniveau im Kanton verstärkt. Am Bahnhof, am Flughafen und bei religiösen Kultstätten zirkulieren regelmässig uniformierte Polizeipatrouillen. In Zusammenarbeit mit dem Grenzwachtkorps wird auch die Präsenz an der französischen Grenze verstärkt

    Die verschärften Sicherheitsvorkehrungen seien vergleichbar mit Sicherheitsmassnahmen, die vor und während gewisser sensibler Konferenzen oder Kundgebungen getroffen würden, erklärte Monica Bonfanti, Chefin der Genfer Kantonspolizei.

  • 17 :53

    Im aktuellen Anti-Terror-Einsatz in Frankreich sind 88‘000 Beamte im Einsatz, wie das Verteidigungsministerium berichtete.

    • 50‘000 Polizisten
    • 32‘000 Gendarme
    • 5‘000 Mobile Einsatzkräfte
    • 1150 Armeeangehörige

    Wie das Ministerium konkretisierte sind davon alleine 9‘650 Beamte in Paris im Einsatz.

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    Grosseinsatz in Longpont

    0:16 min, vom 8.1.2015

  • 17 :28

    Zahlreiche Einsatzkräfte sind nach Corcy, nordöstlich von Paris, entsandt worden und durchkämmen regelrecht das Dorf. Gemäss der Zeitung «Le Parisien» berichten Anwohner, wie die Polizei von Tür zu Tür geht und die Bewohner nach verdächtigen Personen befragt.

  • 17 :20

    Bei den Brüsseler EU-Behörden flammt die Debatte über Europas Vorgehen gegen Dschihadisten wieder auf. Seit Monaten versucht die EU, eine einheitliche Strategie gegen militante Islamisten und gewaltbereite Dschihad-Rückkehrer umzusetzen.
    EU-Experten gehen von rund 3000 Kämpfern aus Europa aus, die in den Irak oder nach Syrien gereist sind und nach ihrer Rückkehr zu Anschlägen bereit sein könnten.

    Die EU-Innenminister sehen in der Einrichtung eines europäischen Systems zur Sammlung von Passagierdaten ein Mittel, Reisebewegungen von Dschihadisten zu erkennen. Entsprechende Vorschläge der EU-Kommission aus den Jahren 2007 und 2011 wurden vom EU-Parlament bislang nicht gebilligt.

  • 16 :47

    Über das Schengener Informationssystem SIS sind Schweizer Polizeieinheiten und das Grenzwachtkorps seit Mittwoch an der Fahndung nach den Attentätern von Paris beteiligt. Die französischen Behörden hatten die Verdächtigen und das Kennzeichen des Fluchtfahrzeugs am Abend ausgeschrieben.

    Das gab das Bundesamt für Polizei (fedpol) auf Anfrage bekannt. Über das Dispositiv, das daraufhin an der Grenze aufgezogen wurde, gab das Grenzwachtkorps keine Auskunft. Zu kriminalpolizeilichen Operationen auf Schweizer Boden kam es bisher nicht, wie das fedpol mitteilte. Gemäss den Angaben sind die Schweizer Behörden aber bereit, sofort auf Unterstützungsgesuche aus Frankreich zu reagieren.

    Blick auf einen PC-Bildschirm

    Bildlegende: Das Grenzwachtkorps ist über das Schengen Informationssystem SIS über den Einsatz der französischen Polizei informiert. Keystone/Archiv

  • 16 :37

    Nach offiziellen Angaben wurde in der Region im Norden von Paris die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Bei einer Tankstelle rund 80 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt sollen die zwei Hauptverdächtigen heute Morgen erkannt worden sein. Berichte eines Überfalls auf die Tankstelle sind von offizieller Seite nicht bestätigt. Nach dem Attentat auf die Redaktion von «Charlie Hebdo» gestern Mittag wurde bereits der Grossraum Paris in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Die Fakten zum Anschlag finden Sie hier.

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    Polizeieinsatz in Longpont

    0:15 min, vom 8.1.2015

  • 16 :27

    Mit einer Schweigeminute wird am Wochenende bei allen Spielen im französischen Fussball den Opfern des Terroranschlags gedacht. Dies teilte der französische Fussball-Verband FFF einen Tag nach dem Attentat mit. Der FFF sicherte zudem auf ihrer Homepage den Familien der Opfer ihre Unterstützung zu.

    Auch IOC-Präsident Thomas Bach sichert dem französischen Volk «grösste Solidarität» zu. In einem Brief an Frankreichs Staatspräsident François Hollande bekundete der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sein Beileid für die Hinterbliebenen der Todesopfer. «Dieses barbarische Attentat war auch ein Angriff auf die Werte der freien Welt», schrieb der 61-Jährige.

  • 15 :48

    Die tödliche Attacke auf eine französische Polizistin im Süden von Paris hatte laut der Justiz womöglich einen terroristischen Hintergrund. Die Anti-Terrorismus-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen zu der Bluttat.

    Dies sei durch den «derzeitigen Kontext» begründet, durch die schwere Bewaffnung des Täters und die Tatsache, dass Ordnungshüter Ziel der Attacke gewesen seien, erklärte die Staatsanwaltschaft.

    Einen ersichtlichen Zusammenhang zwischen dem Angriff in Montrouge und dem gegen die Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» gerichteten Anschlag vom Mittwoch mit zwölf Toten gebe es derzeit aber nicht.

    Ein Unbekannter hatte am Donnerstagmorgen in Montrouge das Feuer auf eine junge Polizistin und einen städtischen Angestellten eröffnet und beide verletzt. Die Beamtin erlag später ihren schweren Verletzungen. Der Täter konnte flüchten.

    Ein Polizist steigt aus einem Einsatzfahrzeug aus.

    Bildlegende: Französische Spezialeinheiten der Brigade Recherche Intervention BRI standen in Montrouge im Einsatz. Reuters

  • 15 :35

    Schon seit Monaten haben die französischen Sicherheitsdienste einen Anschlag befürchtet – im Internet riefen Islamisten wiederholt zur «Tötung von Ungläubigen» insbesondere in Frankreich auf.

    Erst vor Weihnachten hatte die Pariser Linksregierung nach gewaltsamen Übergriffen in verschiedenen Städten den Anti-Terror-Plan Vigipirate verstärkt, etwa durch zusätzliche Patrouillen von Soldaten in Innenstädten, Bahnhöfen und Einkaufszentren.

    Die französischen Sicherheitsdienste sind nun in allerhöchster Alarmbereitschaft. Denn Frankreich weiss, dass es besonders im Visier von Extremisten ist. Experten schliessen nicht aus, dass der Angriff auf «Charlie Hebdo» nur der Beginn einer neuen Serie blutiger Anschläge sein könnte, wie sie Paris in den 1980er Jahren erlebt hat.

  • 15 :30

    Von offizieller Seite gibt es bislang keine Informationen zum Grosseinsatz von Sicherheitskräften im Gebiet zwischen Crépy-en-Valois und Villers-Cotterêts nordöstlich von Paris. Gegenüber «Le Monde» wollte das Innenministerium nicht bestätigen, dass sich die zwei Hauptverdächtigen des Anschlags auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» von gestern Mittag in der Region aufhalten. Der Bürgermeister des Städtchens Crépy-en-Valois, wo sich gemäss Medienberichten die mutmasslichen Täter verschanzt haben sollen, bestätigt den Einsatz von Sicherheitskräften gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Dass sich die zwei Verdächtigen aber im Ort aufhalten sollen, kann er nicht bestätigen. «Wenn das der Fall wäre, wüsste ich es.»

    Video «In Villers-Cotterets marschiert die Polizei auf» abspielen

    In Villers-Cotterets marschiert die Polizei auf

    0:19 min, vom 8.1.2015

  • 15 :27

    Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sichert den Angehörigen aller Glaubensrichtungen in Deutschland Schutz zu. «Wir tun alles, Menschen jeden Glaubens, egal ob jüdischen, christlichen, muslimischen oder gar keinen Glaubens, in gleicher Weise ... zu schützen», sagte Merkel in Berlin. Zugleich warnte sie vor einer allgemeinen Debatte über den Islam. «Wir haben mit der übergrossen Mehrheit der Muslime ein sehr gutes Verhältnis. Alle haben sich hier auch klar geäussert zu terroristischen Angriffen», sagte sie. Vor den vereinzelten Muslimen, die sich auch in Deutschland radikalen islamistischen Gruppen anschlössen, müsse man sich aber schützen.

  • 15 :09

    Die Polizei findet in dem am Mittwoch stehengelassenen Fluchtauto der mutmasslichen Attentäter in Paris Molotowcocktails und Dschihad-Flaggen. Es gehe um etwa zehn Brandsätze und Fahnen, mit denen zum Heiligen Krieg aufgerufen werde, zitierte die französische Nachrichtenagentur AFP eine Quelle, die mit der Untersuchung vertraut ist.

    Das zeige, wie radikalisiert die Terroristen seien und dass sie möglicherweise weitere Taten geplant hätten. Bei ihrer Flucht hätten die Attentäter am Mittwoch ihr Auto im Nordosten von Paris stehengelassen, nachdem sie mit einem anderen Wagen zusammengestossen seien.

    Polizisten in Kampfmontur.

    Bildlegende: Die französische Polizei ist im Grosseinsatz. Reuters

  • 15 :04

    Der Terrorakt von Paris richtet sich nicht nur gegen ein Satiremagazin. Für viele Beobachter ist er auch ein Angriff auf die Pressefreiheit. Die Berichterstattung ist für viele Medien daher keine alltägliche. Im Netz und auf Social Media gibt es zahlreiche Solidaritätskundgebungen.

    Video «Internationale Solidarität» abspielen

    Internationale Solidarität

    0:42 min, aus Tagesschau am Mittag vom 8.1.2015