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International «Charlie Hebdo» hievt abermals Mohammed auf die Titelseite

Das französische Satire-Magazin «Charlie Hebdo» bringt am Mittwoch sein erstes neues Heft nach dem Attentat heraus. 3 Millionen Exemplare sollen gedruckt werden. Die Frontseite ziert ein alter Bekannter: Prophet Mohammed. Weinend. Wohl über den Irrsinn der Welt.

Legende: Video Die neue Ausgabe des «Charlie Hebdo» abspielen. Laufzeit 01:03 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 13.01.2015.

Das am Montagabend vorab veröffentlichte Titelbild des Magazins zeigt Mohammed weinend. In den Händen hält er ein Schild mit dem inzwischen ikonischen Bekenntnis «Je suis Charlie». Darüber der Schriftzug der Redaktion: «Tout est pardonné» – alles ist vergeben.

Terror mit Satire vergelten

Das religionskritische Satiremagazin «Charlie Hebdo» stemmt sich eine Woche nach dem von Islamisten in Paris verübten Anschlag gegen den Terror. Das Blatt soll am Mittwoch in einer Rekord-Auflage von 3 Millionen Exemplaren das Abendland fluten. Rund 60'000 Exemplare waren es sonst. «Wir lassen uns nicht einschüchtern», lautet die Botschaft an Kritiker – und alle Sympathisanten des Terrors.

Normal ist natürlich nichts mehr bei «Charlie Hebdo». Bei dem Anschlag vor einer Woche starben acht Redaktionsmitglieder des Magazins – darunter auch Mohammed-Karikaturist und Redaktionsleiter Stéphane Charbonnier alias Charb.

Leute sollen trotz allem lachen

Die erste Ausgabe nach dem Attentat haben die Überlebenden in den Räumen der Tageszeitung «Libération» in Paris erarbeitet. «Wir haben uns gefragt, wie wir uns selbst treubleiben können, wie wir weiterlachen können», sagt Chefredakteur Gérard Biard über die schwierigen Vorbereitungen für die jüngste Ausgabe. Ziel es gewesen, ein Titelbild zu kreieren, das die Leute trotz der Geschehnisse zum Lachen bringe.

«Ich habe geschrieben ‹Alles ist vergeben› und ich habe angefangen zu weinen», erzählt Zeichner Luz mit Tränen in den Augen über die Entstehung der Karikatur. «Das war die Titelseite.»

«Recht auf Blasphemie»

Der Anwalt des Magazins, Richard Malka, sagte am Montag, der Geist von «Je suis Charlie» bedeute auch ein «Recht auf Blasphemie». Seit 22 Jahren habe es keine Ausgabe des Magazins gegeben, in dem nicht der Papst, Jesus Christus, Bischöfe, Rabbiner, Imame oder der Prophet Mohammed karikiert worden seien.

Als Hintergrund des Terroranschlags gelten die früheren islamkritischen Mohammed-Karikaturen des Blattes. Nach den Glaubensvorstellungen von Muslimen sollen weder Gott noch Mohammed oder andere Propheten bildlich dargestellt werden. Das hängt mit dem Verbot der Anbetung von Götzen zusammen.

Kritik von Islamgelehrten

Ägyptens religiöse Einrichtung Dar al-Ifta («Haus der Rechtsprechung») kritisiert die neuste Ausgabe von «Charlie Hebdo». Die Gelehrten werten die neuen Karikaturen als «rassistischen Akt». Es sei eine «ungerechtfertigte Provokation von 1,5 Milliarden Muslimen weltweit» und werde eine neue Welle des Hasses auslösen.

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75 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Räumelt Wirtschaftskanzlei, Zillis
    Auch Pressefreiheit und Freie Meinungsäusserung hat auch eine Toleranz sowie Respektgrenze denn dies gehört zu einer verantwortungsvollen funktionierenden Demokratie.Was sich derzeit Karikaturisten teilweise erlauben kann man schon als Mobbing bezeichnen. Alle die hier schreiben müssen sich an der Netiquette halten. Warum kein Karikaturist?? Oder sollen wir zukünftig Zeichnen um diese zu umgehen?
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    W. Ineichen, 3.01.2015, 10:36 "Religion ist die dümmste Erfindung des Menschen" ...nicht aller Menschen, nur der Männer, wie auch Kriege meistens durch Männer verursacht sind.
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  • Kommentar von Gerhard Schweizer, Bern
    Ja hoch mit dem Bleistift finde ich gut. Ich habe einen Kugelschreiber genommen. Denke das ganze ist sowieso besser so. Es soll die freie Meinungsäusserunsfreiheitet geben für alle medien. Dennoch mussen Medien ja nicht machen. Gutes MIttelmass ist gefragt
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      @G.Schweizer. Ich glaube "Gutes MIttelmass" ist keine Antwort auf den Terror. Beleidigungen müssen hingenommen werden können, ohne sich dafür mit Morden zu rächen. Es ist lernbar und eine Voraussetzung in einer offenen Gesellschaft. Allerdings könnte vielleicht durch paar Tage Ruhe eine tiefgründigere Diskussion beginnen, an welcher sich auch leise Stimmen beteiligen. Die leisen Stimmen bringen oft die besten Beiträge.
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Werter Herr Schweizer, aber ist eine hochgestreckte Faust nicht eine Drohung? Und der scharf gespitzte Bleistift ist wie ein Messer in dieser Faust. Man kann auch verbal oder durch Cartoons töten!
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