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International Chávez' Geist vernebelt Capriles' Chancen

In Venezuela hat der Wahlkampf begonnen. Am 14. April wird ein neuer Präsident gewählt. Interimspräsident Nicolás Maduro setzt auf den Geist des verstorbenen Hugo Chávez. Maduros Gegner Henrique Capriles hofft auf eine hohe Wahlbeteiligung.

Legende: Video Wahlkampf in Venezuela abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 03.04.2013.

Vier Wochen nach dem Tod von Hugo Chávez hat in Venezuela der Wahlkampf für die Neuwahl eines Staatsoberhaupts begonnen. Interimspräsident Nicolás Maduro, der in Umfragen weit vorne liegt, zeigte sich mit Blick auf den 14. April siegessicher. Ausserdem berichtete er, der Verstorbene sei ihm in Gestalt eines Vögelchens erschienen.

Im Innenhof von Chavez' Geburtshaus im westlichen Bundesstaat Barinas erzählte Maduro von der eigenartigen Erscheinung in einer Kapelle. «Ein kleines Vögelchen kam hereingeflogen und machte drei Umdrehungen. Es setzte sich auf einen Holzbalken und begann zu zwitschern. Ich schaute es an und zwitscherte ihm ebenfalls zu. Ich spürte den Geist von ihm (Chávez). Es war, als wolle er uns seinen Segen geben», erzählte Maduro.

Capriles: «Geht wählen!»

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in der westlichen Region Zulia forderte Maduro seine politischen Gegner auf, sich über seine Erzählung nicht lustig zu machen. «Lassen Sie doch die Intoleranz, die Respektlosigkeit gegenüber der tiefen Spiritualität der christlichen Männer und Frauen, die fest an die Werte eines Führers glauben, der zu Lebzeiten die Werte Christi verkörperte», sagte er.

Maduros stärkster Gegner, Henrique Capriles, rief die Venezolaner ebenfalls auf, am 14. April zur Wahl zu gehen. Seine Stimme nicht abzugeben, sei keine Alternative, sagte er nach Angaben des Fernsehsenders Globovision im ostvenezolanischen Bundesstaat Monagas.

Im Zeichen der Konfrontation

Der Wahlkampf zwischen den beiden Kontrahenten entpuppt sich zu einem Hickhack, bei dem es nicht um politische Inhalte geht. Der sozialistische Kandidat Maduro versucht, aus Chávez' Tod Profit zu schlagen. Er sieht sich als einziger legitimer Nachfolger des «Comandante». Maduros Wahlslogan lautet auch «Ich bin nicht Chávez, aber ich bin sein Sohn.»

Capriles versucht auf der anderen Seite einen Keil zwischen den Erinnerungen an den ehemaligen Machthaber und seinem Widersacher zu treiben. Er attackiert Maduro persönlich, meinte auch: «Diese Wahl ist eine Angelegenheit zwischen uns beiden, lasst Chávez in Frieden ruhen». Capriles meinte bei der Ankündigung seiner Kandidatur, dass sich der Übergangspräsident Maduro nur hinter Chávez verstecke, weil er seine Unfähigkeit kaschieren würde.

Krebsleiden «eingespritzt»

Derweil ranken sich immer groteskere Mythen rund um den Tod von Chávez. So will Maduro eine Expertenkommission einführen, die den Tod des «Comandante» untersuchen soll. So ist Maduro überzeugt, man habe Chávez sein Krebsleiden «eingespritzt». Zudem will der venezolanische Botschafter in Rom mit Chávez telepathisch Kontakt im Jenseits aufgenommen haben.

Die Regierung will auch eine Verfassungsänderung durchs Parlament zwängen, die es erlauben würde, Chávez direkt neben dem Freiheitshelden Simón Bolívar zu beerdigen. Momentan erlaubt dies das oberste Gesetz erst in 25 Jahren nach dem Tod einer historischen Persönlichkeit.

Schlechte Karten für Capriles

Maduro liegt in der Wählergunst nach Umfragen derzeit mindestens zehn Prozentpunkte vor Capriles. Bei der Wahl im Oktober 2012 hatte Chávez gegen Capriles mit 55,1 zu 44,3 Prozent der Stimmen gewonnen.

Präsident Chávez war am 5. März an Krebs gestorben. Er hatte Venezuela seit 1999 regiert.

Chávez im Paradies

Chavez im Zeichentrickfilm

Das venezolanische Fernsehen strahlte einen Zeichentrickfilm aus, das Chávez' Himmelfahrt ins Paradies zeigt. Auch dort trägt er seinen Trainer in den Farben des Staates. Begrüsst wird er nicht nur von seiner Grossmutter sondern auch von Helden Südamerikas, wie Evita Perón, Che Guevara, Simón Bolívar, Salvador Allende und Augusto César Sandino.

Nicolás Maduro

Porträt Maduro

Der Übergangspräsident Venezuelas verspricht, Kriminalität und Drogenhandel zu bekämpfen. Zu Chávez' Zeit wandelte sich Venezuela zum gefährlichsten Land Südamerikas. Maduro bezeichnete Capriles als «so erbärmlichen Menschen, dass er nicht einmal seinen Namen auszusprechen wage und Gott bitte, sie vor seiner Schlechtigkeit zu beschützen».

Henrique Capriles

Porträt Capriles

Der 41jährige Gouverneur des Bundesstaates Miranda tritt für das Bündnis «Tisch der demokratischen Einheit» an. Er wirft der Regierung vor, das Volk systematisch über Chávez' Erkrankung belogen zu haben. Capriles riskiert mit seiner Kandidatur seine politische Karriere. Wenn er verliert, ist es bereits seine zweite Niederlage in sechs Monaten.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil sG
    Ich denke schon, dass Maduro die Wahlen gewinnt. Da muss er u. seine Partei gar nicht manipulieren. Den armen Bevölkerungsschichten geht es jetzt tatsächlich besser als früher. Ich habe schon in einem früheren Kommentar geschrieben, solange es der Unterschicht nicht merklich schlechter geht als heute, wird sich Maduro durchsetzen. In wenigen Jahren wird es anders sein, aber auch dann hat Maduro den Schuldigen bereits in der Schublade: Die bösen Gringos aus dem Norden, der IWF, Kolumbien, et...
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    1. Antwort von matthias renken, venezuela
      der macht nur lere versprechungen seit der idiot im amt ist haben wier eine inflacion von 200 prozent gehabt wen sie hier nicht wohnen sollten sie mal aufhoren so einen mist zu schreiben
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  • Kommentar von Hans Kleiber, Zürich
    Ich weiss ja nicht was die Schweizer Reporter unter klarem Favoriten verstehen. Aber wenn ich mich nicht täusche steht die Mehrheit hinter Capriles und nicht hinter Maduro. Maduro wird von vielen Chavistas als schlechte Kopie angeschaut, welcher krampfhaft probiert Chavez nach zu ahmen. Ausserdem werden die 44% welche beim letzten Mal für Capriles gestimmt haben sicherlich wieder für Ihn stimmen. Falls die Wahlen fair verlaufen, heisst der Gewinner nicht Maduro.
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