Chef der libyschen Militärpolizei erschossen

Wieder Gewalt in der libyschen Stadt Benghasi: Unbekannte haben laut staatlichen Medien den Chef der Militärpolizei vor seinem Haus angeschossen und schwer verletzt. Er starb später im Spital.

Unbekannte erschossen Militärpolizeichef Ahmed al-Barghathi, als er sein Haus in der östlichen Stadt Benghasi verliess. Das Attentat habe sich kurz vor dem Freitagsgebet ereignet, teilte die Nachrichtenagentur Lana mit. Al-Barghathi sei nach den Schüssen im Spital gestorben.

Al-Barghathi war unter den ersten Angehörigen des Militärs, die sich 2011 dem Aufstand gegen Machthaber Muammar al-Gaddafi angeschlossen hatten.

Wiederholt Anschläge in Benghasi

Benghasi gilt als die Wiege der Revolution in Libyen. Allerdings haben sich nach dem Sturz und Tod Gaddafis Milizen dort breit gemacht. In jüngster Zeit war es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften der Regierung, Milizen und islamischen Extremisten gekommen.

Im September 2012 kamen in der Stadt der US-Botschafter Christopher Stevens und drei weitere Diplomaten bei einem Angriff ums Leben. Zuletzt war am 11. Oktober ein Anschlag auf das Konsulat Schwedens verübt worden. Es war eine der wenigen diplomatischen Einrichtungen in der Stadt, die nach dem Angriff auf das US-Konsulat noch geöffnet waren.