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International Chefs von 15 Internet-Riesen im Weissen Haus

Die Chefs mehrerer US-Internetfirmen haben US-Präsident Barack Obama persönlich ihren Unmut über die Tätigkeiten der US-Geheimdienste geschildert. Erst vor kurzem war bekannt geworden, dass die NSA auch Daten auf Servern von Google und Facebook im Ausland «abgefischt» hat.

Mark Pincus, Chef von Zynga, Marissa Mayer, CEO von Yahoo, und Barack Obama (v.l.) an einem Tisch.
Legende: Obama – neben ihm Marissa Mayer, CEO von Yahoo – hörte sich die Einwände der IT-Manager an. Keystone

US-Präsident Barack Obama traf gestern 15 Chefs verschiedener US-Internetkonzerne persönlich im Weissen Haus. Sie beklagten sich bei ihm über die Geheimdienst-Überwachung und forderten Reformen. Das gemeinsame Vorgehen von Google, Yahoo, Microsoft und weiterer Silicon-Valley-Konzerne ist neu.

Zu Beginn war die ganze Affäre um Edward Snowden für die Internetfirmen äusserst unangenehm. Sie hatten mit den Geheimdiensten kooperiert. Und sie hatten ihnen E-Mail- und Telefondaten überreicht. Der Schaden fürs Image war gross.

In den letzten Monaten begannen sie, ihren Unmut kundzutun. Facebook-Gründer Marc Zuckerberg kritisierte an einer Messe im September die Erklärungen der Regierung zu der E-Mail-Überwachung. Macht euch keine Sorgen, wir spionieren keine Amerikaner aus, sondern Ausländer, habe die Regierung gesagt. «Sehr hilfreich für Firmen, die weltweit expandieren möchten», meinte Zuckerberg lakonisch.

Koordinierte Aktion der Grossen der Branche

Dann wurde bekannt, dass die US-Geheimdienste möglicherweise sogar die Datenbanken der Internet-Firmen im Ausland anzapfen – ohne deren Wissen. Die Empörung im Silicon Valley war immens.

Google-CEO Eric Schmidt sagte dem Wall Street Journal digital Network: «Es ist ungeheuerlich, dass sie das getan haben sollen.» Seither haben sich die Internetkonzerne zusammengerauft. Vor wenigen Tagen verlangten Microsoft, Facebook, Google, Yahoo und Twitter gemeinsam das Ende der massenhaften Datensammelaktion durch die NSA, mehr Übersicht und mehr Transparenz.

Das war auch das Thema am gestrigen Treffen mit Obama. Sie hätten ihn aufgefordert «aggressive Reformen» anzustreben, liessen sie anschliessend mitteilen.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Ich kenne das bereits. In meiner Jugend glaubten meine Eltern, ich nehme Drogen. Ich stand unter Generallverdacht, unter ständigen Beobachtung. Auf die Toilette gehen und schon sitzt ein Elternteil vor der Tür. Kurz ein Yogurt holen und schwupps stand schon Jemand nebendran. Und Drogen nahm ich nie. Und so lässt sich kein menschenwürdiges Leben führen. Und ich bin jetzt erwachsen. Generallverdacht und ständige Beobachtung ist nie mehr zu aktzeptieren! Das ist mit allen Mitteln zu bekämpfen!
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Und trotzdem wird Google, Facebook und Co noch viel zu stark benutzt. Die Leute müssen endlich damit aufhören, direkt in die eigene Unterjochung zu laufen. Es ist ja nicht so, das es keine Alternativen zu diesen Diensten gäbe.
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  • Kommentar von A. Huber, Basel
    Der Angsthase und ehemalige Bürgerrechtler Ooooohhhhhbama wird sich als PRÄSIDENT der USA IMMER für mehr SICHERHEIT aussprechen und somit die persönlichen Freiheiten jedes Menschen bis zum Exzess beschneiden! Und das immer mit den gleichen Argumenten. Vielleicht wird er als EX-Präsident wiederum eine Kehrtwende vollziehen, doch dann nützt das niemandem mehr. Es wird wohl wieder Kriege gegen diesen Totalitarismus und für Privatsphäre, mehr persönliche Freiheiten und Selbstbestimmung geben müssen.
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