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International China feiert sich als Friedensstifter mit Antischiffsraketen

Zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren hat Staatspräsident Xi Jinping Soldaten der Armee zur grössten Militärparade des Landes versammelt. Er präsentierte sich und sein Land als Friedensstifter. Chinas Taten sprechen aber eine andere Sprache, findet SRF-Korrespondent Urs Morf.

Legende: Video China feiert sich als Friedensstifter abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.09.2015.

Es ist einer der Höhepunkte an der gigantischen Militärparade von heute Morgen in Peking: ein Cabriolet der chinesischen Nobelmarke «Rote Fahne» rollt auf der Allee des «Langen Friedens» im Schritttempo an stramm stehenden Truppenformationen vorbei, darin steht Chinas starker Mann Xi Jinping in Uniformjacke.

Immer wieder ruft der Staatspräsident über vier auf das Vordach der Limousine montierte Mikrofone den Soldaten zu: «Genossen zum Gruss!» – diese brüllen im Chor zurück: «Zum Gruss, Oberster Befehlshaber!» Dann erneut Xi Jinping: «Euer Dienst ist hart!», worauf diese zurückbrüllen: «Wir dienen dem Volk!».

Die Ansprache, die Xi Jinping zum Gedenken an das Kriegsende vor 70 Jahren vom «Tor des Himmlischen Friedens» aus hielt, war in den Tagen vor der Parade in E-Mails und in SMS-Nachrichten übers Handy allen Medienvertretern, sogar den ausländischen, als «wichtig» ans Herz gelegt worden war.

«Chinesen lieben den Frieden»

Xi Jinping stellte kategorisch fest: «Wir Chinesen lieben den Frieden. Und wie sehr China auch noch weiter erstarken wird, es wird nie nach Hegemonie oder Eroberung neuer Gebiete streben.» Niemals werde China solches Leiden, wie es das Land selber erlebt habe, anderen Nationen aufzwingen.

Diesen Friedenswillen unterstrich Xi Jinping noch mit einem Versprechen: «Hiermit verkünde ich die Verkleinerung der Volksbefreiungsarmee um 300'000 Mann.»

Allerdings verschwieg Xi Jinping wohlweislich, dass Chinas Armee auch nach dieser Reduktion mit zwei Millionen immer noch eine der grössten Streitkräfte der Welt sein wird. Zudem zielt die Verkleinerung auf ein Abspecken der Truppen ab, die mit einer beschleunigten Modernisierung einhergehen soll: weniger Fusssoldaten, dafür mehr Hightech-Waffen.

Neue Antischiffsraketen – gegen die USA entwickelt?

Ohnehin sprechen Chinas Taten eine ganz andere Sprache als Xi Jinpings Lippenbekenntnisse. In den Grenzstreitigkeiten mit seinen Nachbarn in der südchinesischen See und mit den Japanern im Ostchinesischen Meer tritt China aggressiv auf, baut Korallenriffe zu Militärstützpunkten aus und verjagt Fischer aus anderen Ländern.

Zu diesem offensiven Auftreten passt auch, dass China bei der Parade in Peking erstmals eine Vielzahl neuer Waffensysteme präsentiert hat. Darunter eine Antischiffsrakete namens «Ostwind 21-D», die unter Rüstungsexperten als «Flugzeugträger-Killer» gilt. China hat diese offensichtlich entwickelt, um bei künftigen Konflikten in der Region das Eingreifen der USA mit seinen Flugzeugträger-Geschwadern zu verhindern. Von viel Friedensliebe zeugt das nicht.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Leu (tleu)
    Wenn China so aufrüstet, soll es endlich auch Verantwortung übernehmen im UNO-Sicherheitsrat. Ein Bruchteil seiner Riesen Kung Fu-Armee würde genügen, um den IS-Terroristen zu zeigen wo Gott hockt.
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      So dumm ist China nicht, etwas aufzuräumen, mit dem es kaum etwas zu tun hat. Es betrachtet vielmehr interessiert, wie der Westen durch seine "Aktionen" immer mehr seiner Glaubwürdigkeit verliert. Den uninformierten Völkern können sie etwas vormachen, den informierten Menschen immer weniger. Wenn China bereit ist, sich einzubringen, werden wir es schon merken. Dann bestimmt es aber auch die Bedingungen. All zu lange wird es nicht mehr gehen.
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Ich finde sehr nett von Chinesen, dass sie sich Mühe gegeben alle Waffen mit eine NATO Bezeichnung zu beschriften. Was diese Waffen Wert sind hoffe ich, dass wir es nie erfahren werden. Ich persönlich habe kein Angst von eine Chinesische Antischiffs Raketten. Und wieso sollte ich?
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  • Kommentar von Thomas Käppeli (thkaepp)
    China als Friedensstifter... purer Zynismus. Wenn ich da an die Ereignisse im Tibet denke und wie die KP bis heute mit ihren Völkern umspringt. Militärisch sehe ich China aktuell eher als provozierender Schwelbrand für die Welt. Hong Kong im Besitz seit 97 und den „Anschluss“ Taiwans wohl lieber intakt, als ein atomarer Trümmerhaufen. Die Verräter an unserer westlichen Demokratie, sitzen jedoch in unseren eigenen Reihen. Primär die kommunismusphoben USA, die CH folgt. Aber alles Made in China.
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